Viele Wolfenbütteler drückt die Last ihrer Schulden
Wolfenbüttel Viele Wolfenbütteler ächzen unter der Last ihrer Schulden. Etwa 600 Anfragen um Hilfe gibt es jedes Jahr bei der Schuldnerberatung der Awo.
Nicht alle bekommen auch einen Beratungstermin. Nur rund 400 haben einen Anspruch darauf sagt Schuldnerberaterin Ilona Kaula.
„Es ist ein Querschnitt durch die gesamte Bevölkerung“, umschreibt Kaula die Gruppe der Ratsuchenden. Junge und Alte seien darunter, Menschen ohne Berufsausbildung aber auch Hochschulabsolventen. „Es ist eine Frage des Umgangs mit Geld, nicht eine Frage des Einkommens“, betont die Beraterin.
Viele Wege führen in die Schuldenfalle. Die meisten haben mit einem Informationsdefizit zu tun. Man muss Verträge lesen können, und sie verstehen“, sagt Kaula. Viele scheiterten daran, dass sie Verträge unterschrieben, ohne sich über die finanziellen Auswirkungen im Klaren zu sein. Im Internet sei das besonders leicht. „Da muss man nur mit der Maus klicken, und schon hat man etwas gekauft und ist eine Verpflichtung eingegangen“, weiß die gelernte Bankkauffrau und studierte Sozialpädagogin.
Oft führten auch Handy-Verträge zu Schulden. Man gehe eine Verpflichtung für 24 Monate ein. Wenn man seinen Job verliere, könne es schon eng werden. Kaula empfiehlt: Wer nicht über ein festes Einkommen verfüge, solle nur ein Pre-Paid Handy kaufen. Dann habe man eine leichte Kostenkontrolle.
Nicht nur Arbeitslose können sich bis über beide Ohren verschulden. Schwierig werde es oft, wenn die Einnahmen zurückgehen. Das könne auch durch eine Scheidung geschehen. Kaula: „Dann ändert sich die Steuerklasse.“ Aber auch die Ausgaben stiegen. Aus einem Haushalt würden zwei, man müsse Unterhalt zahlen. Bei einem geringen Nettoverdienst gerate man schnell in Schwierigkeiten.
Ein Haushaltsplan ist das erste Mittel, um aus der Schuldenfalle wieder herauszukommen. Alle Verpflichtungen müssten notiert werden. Ausgaben für Miete, Strom und Lebensunterhalt müssten ganz oben stehen. Dann müsse man nach Einsparmöglichkeiten suchen und auch mit der Bank sprechen, damit Schulden langfristig abgezahlt werden können. Oft sei das ein langer Weg.



