Viele Cremlinger und Sickter wollen zu Braunschweig gehören
Wolfenbüttel Beim Thema Gebietsreform setzen viele Cremlinger und Sickter auf Veränderung. Sie würden lieber zu Braunschweig gehören als zum Kreis Wolfenbüttel.
Gemeinden, Samtgemeinden und Landkreise, die mit ihren Nachbarn fusionieren, bietet das Land Entschuldungshilfen an. Für das Wort „Fusion“ scheint es in Cremlingen und Sickte offene Ohren zu geben. Die Einheitsgemeinde und die Samtgemeinde tendieren zu Braunschweig.
Die Samtgemeinde Sickte wurde im Rahmen der Gebietsreform im Jahre 1974 aus Samtgemeinden des Landkreises Wolfenbüttel und des früheren Landkreises Braunschweig gebildet. Die Gemeinde Cremlingen gehörte bis zur Gebietsreform dem Landkreis Braunschweig an.
Horst Hoffmann, der in Schandelah lebt, hält die mögliche Entscheidung, wieder nach Braunschweig zurückzukehren für schwer. Dennoch ist er der Meinung: „Ich würde zu Braunschweig tendieren. Die Schüler gehen in Braunschweig zur Schule. Der Schülertransport nach Wolfenbüttel ist viel zu teuer.“
Braunschweig sei finanzkräftiger als Wolfenbüttel. Braunschweig würde mit Cremlingen kein schlechtes Geschäft machen. Zudem sei auch noch eine Ausdehnung in Richtung Helmstedt im Gespräch. Hoffmann: „Für Wolfenbüttel wäre es schlimm, eine Gemeinde wie Cremlingen zu verlieren.“
Wolfenbüttels Landrat Jörg Röhmann hatte sich bereits strikt dagegen ausgesprochen, Teile aus dem Landkreis Wolfenbüttel herauszulösen: „Cremlingen kriegt keiner.“ Das sieht Jens Schaper aus Braunschweig ganz anders: „Ich hätte nichts dagegen, wenn Cremlingen zu Braunschweig käme. Natürlich nur so lange es keine negativen Auswirkungen auf Braunschweig hätte.“ Alexandra Seigner würde gern die Vorteile kennen lernen, die mit einer Fusion zwischen Braunschweig und Cremlingen verbunden wären.
Maria Friedrich aus Weddel würde es sehr begrüßen, wieder nach Braunschweig zu kommen. Schließlich liege Weddel zu Schapen an der Braunschweiger Stadtgrenze..“
Auch viele Sickter fühlen sich nach Braunschweig hingezogen. Zum Teil sind es die Traditionen, die sie treiben, zum Teil sind es ihre Alltagsgewohnheiten. Manchmal stecken Bauchentscheidungen dahinter, und manchmal gibt es Vernunftgründe.
„Ganz klar sollte Sickte zu Braunschweig gehören. Wenn ich in die Stadt fahre, fahre ich nie nach Wolfenbüttel. Und in Braunschweig sind auch die Ärzte“, sagt beispielsweise die Apelnstedterin Christa Rosenthal.
Für Gisela Nicolai gibt die Geschichte den Ausschlag: „Sickte gehörte immer zu Braunschweig. Da sollte es auch wieder hin.“
Auch Lieselotte Nähring findet den Gedanken angenehm, dass Sickte wieder Braunschweig zugeschlagen werden könnte. Wo der Sitz der Verwaltung angesiedelt sei, spiele für sie dabei allerdings keine Rolle. „Damit habe ich nichts zu tun. Ich muss gar nicht ins Landkreishaus.“
Erna Reifenstahl tendiert hingegen zu Wolfenbüttel. Zu der Stadt habe sie den größeren Bezug. „Da fahre ich zum Einkaufen hin.“ Auch Frauke Brandes Herz schlägt für Wolfenbüttel. „Die Verwaltung spielt dabei gar keine Rolle“, sagt die Sickterin: „Für mich ist das etwas ganz Emotionales.“

