Städtische Leerrohre für schnelleres Internet
Wolfenbüttel Die Ratsfraktion der Wolfenbütteler Grünen will die Breitbandversorgung in der Wolfenbütteler Kernstadt durch städtische Leerrohre verbessern.
Wie bereits berichtet, plant der Landkreis Wolfenbüttel den Bau eines Glasfaserkabelnetzes für den gesamten Landkreis. „Die Breitbandversorgung ist für den ländlichen Raum die zentrale Herausforderung, um langfristig wettbewerbsfähig und attraktiv für Bürgerinnen und Bürger sowie für die Betriebe im Landkreis Wolfenbüttel zu sein“, sagte Landrat Jörg Röhmann. Bis Ende des Jahres sollen die Tiefbauarbeiten für den Ausbau von rund 230 Kilometer umfassenden Leerrohrnetzen mit Glasfasern ausgeschrieben werden, damit im Jahr 2013 mit der praktischen Umsetzung begonnen werden kann.
Dieses Netz umfasst aber nur die Wolfenbütteler Ortsteile, aber nicht das Kernstadtgebiet, so dass es zu der Situation kommen könnte, dass zum Beispiel Halchteraner in einigen Jahren über schnellere Internetverbindungen verfügen können als Bewohner in einigen Innenstadtbereichen.
Damit dieser Effekt nicht eintritt, hat Ratsherr Stefan Brix (Grüne) im Bauausschuss der Stadt beantragt, dass die Stadt bei sowieso anstehenden Straßenbaumaßnahmen Leerrohre verlegt und diese an Telekommunikationsdienstleister vermietet. Die Stadt würde davon durch eine optimale Versorgung ihrer Einwohner profitieren. Und es würde weniger Tiefbauarbeiten im Stadtgebiet geben, da neue Versorger zum Beispiel auf die Leerrohre der Stadt zugreifen könnten.
Bürgermeister Thomas Pink begrüßte diesen „nützlichen Vorschlag“, den er zuvor aber noch mit dem Landkreis besprechen möchte. CDU-Ratsherr Gerd Kanter regte zudem an, auch mit möglichen Anbietern über diesen Plan zu sprechen. Torsten Ohms (SPD) befürchtete, dass die Infrastrukturkosten für schnelles Internet auf diese Weise von den Anbietern auf die Stadtwerke übertragen werden. Er enthielt sich bei der Abstimmung des Prüfauftrages an die Stadtverwaltung der Stimme. Ansonsten wurde der Antrag der Grünen angenommen.

