Schlagkräftige Verwaltungen sind nötig
Wolfenbüttel „Wolfenbüttel wird kein Anhängsel von Braunschweig werden.“ Das sagte Bürgermeister Thomas Pink vor dem Hintergrund einer Verwaltungsstrukturreform.
Seine Gedanken zur Region hatte Braunschweigs Oberbürgermeister Gert Hoffmann in der Dornse vorgestellt. „Die Analyse Hoffmanns ist zutreffend“, kommentierte Bürgermeister Thomas Pink. Mit seinem Zukunftsvertrag habe das Land nicht gerade mutig auf die bestehende Situation reagiert. Es seien Einheiten geschaffen worden, die schon in einigen Jahren wieder problematisch dastehen könnten, so Pink.
Das Land bietet Gemeinden, Samtgemeinden und Landkreisen, die mit Nachbarn fusionieren, eine Entschuldungshilfe an. Eine solche Hilfe haben im Landkreis Wolfenbüttel bereits die Samtgemeinde Schladen, die sich in eine Einheitsgemeinde umwandeln wird, und die Samtgemeinden Schöppenstedt und Asse, die miteinander fusionieren, erhalten.
Pink folgte Hoffmann in der Ansicht, dass dringend über eine sachgerechte Kommunal- und Funktionalreform nachgedacht werden müsse. Er forderte eine Stärkung der vorhandenen Mittelzentren und die Schaffung größerer Einheiten im unteren Bereich.
Das sah Günter Eichenlaub, Bürgermeister der Einheitsgemeinde Cremlingen, genauso: „Wir brauchen schlagkräftige Verwaltungen auf unterer Ebene. Größere Einheiten sind notwendig, um näher am Bürger arbeiten zu können. Die Kreisebene kann abgeschafft werden.“
Auch Landrat Jörg Röhmann stimmte Hoffmann zu, dass eine Reform aus einem Guss notwendig sei. „Die Regionalvertretung muss gestärkt werden.“ Unvorstellbar sei für ihn aber, wenn der Landkreis Wolfenbüttel mit anderen Landkreisen ohne Braunschweig fusionieren würde.
Auch Ruth Naumann, Bürgermeisterin der Samtgemeinde Schöppenstedt, sah eine Reform längst überfällig. Sie berichtete, dass sie gern weitere Gespräche mit Schöningen in punkto Fusion geführt hätte. „Das ging aber nicht, weil dann entweder Wolfenbüttel Schöppenstedt oder Helmstedt Schöningen hätte abgeben müssen. Das wollte keiner.“ Petra Eickmann-Riedel könnte sich mehr interkommunale Zusammenarbeit als einen ersten Schritt von vielen vorstellen.
