Politik lehnt zweiten Bautechniker für Cremlingen ab
Wolfenbüttel Es wird keinen weiteren Bautechniker in der Gemeinde Cremlingen geben. Der Verwaltungsausschuss hat dies in nichtöffentlicher Sitzung abgelehnt.
Damit sprachen sich SPD und Grüne mit ihrer Stimmenmehrheit gegen die Empfehlung des Bauausschusses aus. „Im Ergebnishaushalt fehlen uns 500 000 Euro. Also haben wir kein Geld, um Personal einzustellen“, begründet Detlef Kaatz als Gruppensprecher von SPD und Grünen im Rat die Entscheidung.
Um die Dringlichkeit dieser Stelle deutlich zu machen, hatte die Verwaltung auf Wunsch der Politik jede einzelne Baumaßnahme, die bis 2015 geplant ist, mit der entsprechenden Stundenzahl aufgelistet. So kam nach Angaben von Bürgermeister Günter Eichenlaub allein für 2013 ein Mehrbedarf von 1500 Stunden heraus.
Zum Vergleich: Gut 1700 Stunden werden für den in der Verwaltung beschäftigten Bautechniker Andreas Bätker jährlich angesetzt. Der 44-Jährige aber hat nach eigenen Angaben bereits seit Mai dieses Jahres 120 Überstunden gesammelt. Die Folge: „Wir werden Baumaßnahmen schieben müssen, obwohl wir schon jetzt einen Stau haben“, erklärt Eichenlaub. Auch Kaatz möchte eine Prioritätenliste. Zudem gebe es seiner Meinung nach viele Aufgaben, die der Bautechniker bislang erledige, die auch ein Hausmeister ausführen könne. Nun sei es Aufgabe des Bürgermeisters, die Situation intern zu klären.
Eichenlaub hatte der Politik folgende Lösung offeriert: Da auch der Wasserverband Weddel-Lehre (WWL) einen Bautechniker brauche, sollte die Stelle finanziell geteilt werden. „Die Gemeinde hätte für ein Jahr 30 000 Euro erbringen müssen, der WWL den Rest von 20 000 Euro.“ Doch auch dies stieß nicht auf Gegenliebe.
Die CDU wiederum interpretiert die Entscheidung von SPD und Grünen als „das Setzen anderer Prioritäten“, wie Fraktionsvorsitzender Uwe Lagosky es formuliert. Das Umstellen der Haushaltsführung auf Doppik könne nicht für alles als Erklärung herhalten. „Wir haben einen ausgeglichenen Haushalt übergeben und schon im ersten Jahr nach dem Wechsel der politischen Mehrheit in der Gemeinde ist es damit vorbei.“
Die Einstellung eines zweiten Bautechnikers wäre ohnehin zeitlich begrenzt gewesen, um den Projektstau abzuarbeiten. Lagosky: „Die Verwaltung zu entlasten, ist meiner Ansicht nach auch Sache der Politik.“
Bätker selbst macht gegenüber unserer Zeitung deutlich, dass die Entscheidung des Verwaltungsausschusses „nicht gerade motivierend“ wirke. „Ich kann nicht mehr leisten als bislang, weil ich einfach auch am gesundheitlichen Limit bin.“


