Mut machen mit KMU-Management
Fachhochschule und Handwerkskammer starten Online-Seminare für Existenzgründer im Mittelstand
WOLFENBÜTTEL. Die Idee ist innovativ, das Fachwissen enorm – doch die Existenzgründung scheitert. Warum? "Die kaufmännischen Grundkenntnisse, die Vermarktungsstrategie fehlen", sagt Professor Dr. Reza Asghari. Die Lücke möchte der Projektleiter mit seinem Team unter dem Titel "KMU-Management" schließen.
Hinter dem Projektnamen steckt ein Online-Seminar für Existenzgründer. Die Fachhochschule Braunschweig/Wolfenbüttel und die Handwerkskammer Braunschweig bieten den Kursus in Kooperation an. "Er ist die Fortsetzung des Projekts Generationswechsel im Handwerk", erläutert Asghari.
Im ersten Projekt seien gezielt Nachfolger für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) begleitet worden. Projektende war laut Diplom-Kaufmann Eckhard Sudmeyer, Leiter der Betriebsberatung der Handwerkskammer, im Februar 2003. Das Nachfolgeprojekt richte sich an eine größere Zielgruppe.
Informatiker, die ein Unternehmen gründen wollen, Absolventen, die einen mittleren Betrieb übernehmen oder Handwerksmeister seien angesprochen. Sudmeyer: "Alle Methoden sind praxisorientiert und erprobt."
Unterrichtsthemen sind: Finanzierung und öffentliche Finanzierungshilfen, Marketing, Organisation und Unternehmensbewertung. An Hand von Fallbeispielen soll laut Sudmeyer rechtliches Grundwissen vermittelt werden, beispielsweise das Bewerten von Verträgen.
Die Teilnehmer laden sich einzelne Unterrichtseinheiten aus dem Internet herunter, beschreibt Projektmitarbeiter und Diplom-Wirtschaftsjurist Jens Wedemeyer den Ablauf. Jeder Teilnehmer bearbeite Studienaufgaben und stehe im E-Mail-Kontakt mit den Dozenten. "Es gibt eine individuelle Betreuung." Zugleich biete die Online-Form Flexibilität für die einzelnen Personen, betont Sudmeyer.
Zu Beginn und am Ende des Online-Seminars gibt es Präsenztage, an denen Seminare in der Fachhochschule stattfinden, erläutert Sudmeyer. Abschluss sei eine Prüfung und bei Erfolg ein Zertifikat. "Damit können die Existenzgründer beispielsweise Banken belegen, dass sie sich mit betriebswirtschaftlichen Themen auseinander gesetzt haben."
Professor Dr. Winfried Huck, Dekan des Fachbereichs Recht an der Fachhochschule, befürwortet die "enge Zusammenarbeit mit der Region". CDU-Landtagsabgeordneter Frank Oesterhelweg betont während der Informationsveranstaltung die Bedeutung des "KMU-Managements" aus Landessicht. "Der Mittelstand ist enorm wichtig." Oesterhelweg will sich dafür einsetzen, "Hemmnisse abzubauen und eine Entbürokratisierung anzustoßen".
Nach den Erfahrungen mit dem Projekt "Generationswechsel im Handwerk" möchte das Projektteam Existenzgründern Mut machen, sie begleiten und laut Huck auf diese Weise "die Region stärken".
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