Politisches Engagement ohne feste Bindung
Wolfenbüttel Janine Teelen engagiert sich politisch. Im Wahlkampf unterstützt sie die Linken. Parteimitglied ist die 17-Jährige aber nicht geworden.
„Man will nicht so gebunden sein“; sagt die Wolfenbüttelerin. Da gehe es ihr wie vielen Jugendlichen. Sie habe Lust, sich für eine Sache einzusetzen, das Engagement solle aber zeitlich begrenzt sein. Man solle es jederzeit beenden können.
Wie und unter welchen Bedingungen sich Jugendliche politisch beteiligen, interessiert die Schloss-Schülerin sehr. Sie hat sogar ihre Facharbeit über das Thema verfasst, erzählt sie.
Politisch habe sie bei den Linken angedockt, nachdem sie sich verschiedene Parteien angeguckt habe. Über einen Zukunftstag, den die Landtags-SPD organisierte, habe sie der Weg geführt. Nach ersten Kontakten habe sei eine Woche beim Linken-Landtagsabgeordneten Victor Perli hospitiert. Im Jahr darauf habe sie ein dreiwöchiges Praktikum bei ihm gemacht.
Bei vielen Jugendlichen sei das Image der Linken nicht gut, erzählt sie. Die Partei gelte als SED-Nachfolge-Organisation, die von Altkommunisten beherrscht sei. „Das sind aber alles Vorurteile“, meint sie.
Trotzdem gebe es kaum Jugendliche bei den Linken in Wolfenbüttel. Versuche eine Nachwuchsgruppe zu gründen, seien gescheitert.
So engagiere sie sich gemeinsam mit den Erwachsenen. Nach der Schule komme sie öfter zu einem Besuch ins Parteibüro in der Fischerstraße. Manchmal nehme sie Flyer mit, die sie bei Freunden und Bekannten verteile.
Die politische Alltagsarbeit sei mühsam. Es bedeute oft, Kleinkram zu erledigen, hat sie festgestellt uns sagt: „Lieber würde ich mal was Großes machen, beispielsweise eine Demo organisieren, aber das geht hier in Wolfenbüttel halt nicht.“
Während der Lichterketten-Demonstration gegen den Atommüll in der Asse habe sie Fackeln verkauft erzählt sie. In ein paar Wochen werde sie für den Wahlkampf der Linken Plakate kleben. „Es sind immer Kleinigkeiten“, meint sie.
Politisches Engagement habe kein gutes Image bei Jugendlichen. „Es gilt als uncool“, erklärt Janine Teelen.
Aber auch das hält sie nicht ab. Schließlich komme es auch die Wirkung an. Und die sei am größten, wenn man sich für eine Partei engagiere: „Die Entscheidungen werden in den Parlamenten gefällt. Und dort sitzen die Parteien.“
Was ein Erfolg wäre? „Wenn die Studiengebühren abgeschafft würden“, sagt sie ohne Zögern: „Da hätten wir auch hier etwas davon. Dann könnte man zum Studieren hier bleiben, wenn man wollte.“



