Jusos regen parteiübergreifenden Ring Politischer Jugend an
Wolfenbüttel Der neue Juso-Vorstand im Unterbezirk Wolfenbüttel regt einen parteiübergreifenden „Ring Politischer Jugend“ (RPJ) an.
Das Gremium soll die Interessen junger Menschen vertreten und zugleich politische Bildungsarbeit leisten. Die Initiative ergriffen haben Juso-Vorsitzender Fernando Will (17) und sein Stellvertreter Marc Molau (18). Beide sind neu im Amt. Der RPJ ist eine ihrer ersten Ideen.
„Alle Parteien kämpfen doch, weil sie zu wenig junge Mitglieder haben“, sagt Will. Der Ring könnte einen dauerhaften Austausch verschiedener Nachwuchsorganisationen schaffen. Der auf ein Jahr befristete Vorsitz könnte quer durch die Parteien wechseln, so die Idee.
Molau meint: „Es gibt viele Themen, die uns alle angehen. Eines davon sind kostenlose Bustickets für Schüler. Das dürfte auch bei der Jungen Union [dem politischen Nachwuchs der CDU; d. Red.] Zustimmung finden.“ Will und Molau wollen das Vorhaben nun mit Vertretern anderer Parteien besprechen.
Die Jusos befinden sich aktuell im Umbruch. Den bisherigen Sprecherrat mit drei gleichberechtigten Mitgliedern ersetzt seit kurzem ein hierarchisch organisierter Vorstand, dem ebenfalls drei Personen angehören. Laut Will gibt es im Kreis zwar etwa 150 Jusos, die bis 35 Jahre alt sein dürfen, um bei den Jusos mitmachen zu können. Der harte Kern sei allerdings nur acht bis zehn Aktive stark. „Das ist viel zu wenig“, meint der Hornburger.
Will und Molau wissen, dass Parteien bei Jugendlichen nicht eben hoch im Kurs stehen. Doch sie engagieren sich gegen die allgemeine Verdrossenheit, organisierten beispielsweise bereits eine Fahrt nach Berlin. Will wurde durch die Ereignisse rund um den 11. September politisiert; Molau entdeckte vor etwa einem halben Jahr, „dass es Spaß macht, politisch mitreden zu können“. Beide sagen: „Wir werden von der SPD gut aufgenommen.“ Die Stimme der Jusos werde gehört. Molau ergänzt: „Ich war noch keine zwei Monate Mitglied, da konnte ich schon persönlich mit unserem Bundesvorsitzenden Sigmar Gabriel sprechen.“
Im Freundeskreis wird die Leidenschaft der beiden jungen Männer für Politik nicht unbedingt geteilt. „Für viele ist Berlin ganz weit weg“, sagt Will. Und Molau ergänzt: „Mancher denkt, das wird alles schon irgendwie geregelt.“ Wie sich der Einzelne einbringen könnte: darüber seien die wenigsten informiert.
Will: „Außerdem lässt es die Schule nicht zu, sich nebenbei anderen Aktivitäten zu widmen. Aber das muss sein!“ Zudem fordert der Vorsitzende, dass Politik an der Schule nicht mehr abwählbar, sondern verpflichtend sein sollte.
Nächste Pläne der Jusos sind laut Molau und Will eine Fahrt zum Bundeskongress der Nachwuchsorganisation in Magdeburg sowie der Einsatz für die Abschaffung des Bildungs-Föderalismus’. Molau sagt: „Ein gleiches Abi erfordert gleiche Bildung.“ Und Will meint: „Es kann nicht sein, dass man ein Jahr wiederholen muss, nur weil man nach Bayern zieht...“



