Kunstverein zeigt Ausstellung über nackte Fassaden in Öl
Wolfenbüttel Im Wolfenbütteler Kunstverein wird am Sonntag, 21. Oktober, die Ausstellung „Reduktion in der Malerei“ eröffnet. Beginn ist um 11 Uhr.
Das Wolfenbütteler Fachwerk ist gewissermaßen der Gegenpol seines künstlerischen Themas: alt, überladen, voller Symbolik. Daniel Behrendt, 32, mag es streng und schlicht. Seine Motive sind die tristen Betonfassaden deutscher Nachkriegsarchitektur.
Behrendts Ausstellung „Reduktion in der Malerei“ wird an diesem Sonntag im Kunstverein eröffnet. Zu sehen sind bis zum 18. November in Öl gemalte, fotorealistische Werke auf Leinwand und Papier – nie komplette Ansichten, sondern Ausschnitte.
Der gebürtige Stendaler will in der vermeintlich hässlichen Lebenswelt das Besondere aufspüren und gesichtslosen Fassaden einen persönlichen Moment abgewinnen. Dies gelingt ihm durch Licht- und Schattenspiele sowie Kunststofffenster, die den Betrachter reizen, sich die dahinter liegende, nicht sichtbare Welt vorzustellen.
Nach Abitur und Zivildienst nahm Behrendt in Ottersberg ein Kunststudium auf, ehe er an die Hochschule für Künste in Bremen wechselte. 2009 machte er bei Karin Kneffel, einer Meisterschülerin Gerhard Richters, seinen Abschluss. Behrendt stellte zuletzt in Delmenhorst, Arhaus und Bremen aus. Er sagt im Gespräch mit unserer Zeitung: „Ich gebe mein Umfeld wieder, das, was mich täglich umgibt.“
Behrendt sieht sich als Vertreter einer jungen Malergeneration, die sich bewusst gegen das Überfrachten von Bildern stellt: „Bei mir geht es eher in Richtung Melancholie.“
Öffnungszeiten: Di. bis Fr. 16 bis 18 Uhr, Sa. und So. 11 bis 13 Uhr.

