Kumlehn: Problem des Asseschachts war früh bekannt
Wolfenbüttel Schon lange konnte man wissen, wie problematisch die Asse als Atommülllager ist. Das betont Jürgen Kumlehn und erinnert dazu an Reinhold Stoevesandt.
Kumlehn verweist auf eine Tonbandaufzeichnung, die er besitzt. Es ist ein Mitschnitt einer Podiumsdiskussion aus dem August 1977. Darin stellt Reinhold Stoevesandt, damals stellvertretender Landrat Wolfenbüttels, infrage, ob der Asseschacht überhaupt als Atommülllager geeignet sei. Es sei fraglich, ob die Sicherheit des Bergwerks überhaupt zu erhalten sei. Stoevesandt macht seine Sicht der Dinge ganz klar: Ein Atommüll-Endlager sei der Asseschacht. Daher müsse dort Atomrecht gelten, fordert er. Außerdem müssten unabhängige Wissenschaftler zu der Problematik der Standortsicherheit gehört werden. „Ich lasse jetzt nicht nach, bis Asse II stillgelegt ist“, sagt Stoevesandt auf dem Tonband.
Für Kumlehn ist damit klar, das man bereits 1977 über die Problematik Bescheid wissen konnte. Kumlehns Schlussfolgerung: Es gebe klare Verantwortlichkeiten für die Einlagerung des Atommülls im Schacht. Die Warnungen Stoevesandts seien ignoriert worden.
