Kranz und ewige Lichter zum Jahrestag
Wolfenbüttel Gestern jährte sich die Reichspogromnacht zum 74. Mal.
Schon seit vielen Jahren ist es schöne Tradition, dass zahlreiche Bürger sich am Gedenkstein treffen, dem Zeughaus gegenüber einen Kranz ablegen und ewige Lichter abstellen.
Als Veranstalter fungieren Stadt Wolfenbüttel und das Bündnis gegen Rechts. Bürgermeister Thomas Pink bedankte sich zudem bei zwei Schülergruppen. Das Querflöten-Quintett der Großen Schule sorgte für besinnliche Töne, während junge Leute von der Leibniz-Realschule die Veranstaltung – wie schon seit vielen Jahren – mit mahnenden Texten bereicherten.
Zunächst erinnerte die stellvertretende Landrätin Christiane Wagner-Judith an die Vorgänge im Jahr 1938. Am 9. November wurden in ganz Deutschland jüdische Synagogen angezündet, nachdem die Nationalsozialisten dazu aufgerufen hatten. „Es war der Beginn der systematischen Judenverfolgung im Dritten Reich“, sagte Wagner-Judith.
Gestern Abend waren wieder rund 80 Besucher zu der Veranstaltung vor der Herzog-August-Bibliothek gekommen. Cynthia Brückner, Silivia Simoon, Lidia Spiegel und Maxime Schalow von der Realschule trugen Berichte von Zeitzeugen (aus dem Buch „Jüdische Familien in Wolfenbüttel“) vor.
Zudem kam ein eigener Text zur Sprache. „Was am 9. und 10. November 1938 geschah, war und ist eine unglaubliche Tragödie“, meint die Gruppe. Es sei nötig, richtig und wichtig, sich jedes Jahr an diese Verbrechen zu erinnern. „So lernen und verstehen wir, wie es zu solchen Untaten kommen konnte.“

