Jugendliche sollen lernen, die Sucht zu ersetzen
Wolfenbüttel Jugendhilfe und Lukas-Werk bieten einen gemeinsamen Workshop für Jugendliche an, die durch ihren Suchtmittelkonsum auffällig geworden sind.
Dass es für Jugendliche viele Gründe gibt, Suchtmittel auszuprobieren, weiß Sozialpädagogin Heike Küsel aus ihrer langjährigen Berufserfahrung bei der Wolfenbütteler Jugendhilfe. „Langeweile, Neugier oder Gruppendruck bringen Jugendliche dazu, Suchtmittel zu konsumieren“, sagt sie. „Oft stecken aber auch noch andere Dinge dahinter.“
Diese tieferliegenden Ursachen zu finden und Alternativen zum Suchtmittelkonsum aufzuzeigen, ist das Ziel eines zweitägigen Workshops, den die Jugendhilfe gemeinsam mit dem Lukaswerk anbietet. Er richtet sich an Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren. „Wir wollen Jugendliche ansprechen, die durch ihren Suchtmittelkonsum schon Probleme mit Eltern, Schule oder der Polizei bekommen haben“, sagt Carsten Feilhaber vom Lukas-Werk. „Es geht darum, sie zu erreichen, bevor sie durch straffällig werden.“
Dabei wolle man nicht mit erhobenem Zeigefinger auf die Jugendlichen zugehen. „Uns ist natürlich klar, dass man in dem Alter gern Party macht“, sagt Küsel. „Aber wir wollen ihnen Denkanstöße geben, damit sie ihr Suchtverhalten reflektieren und ihnen alternative Freizeitmöglichkeiten näherbringen.“
Aus diesem Grund umfasst das Workshop-Programm neben Gruppen- und Einzelgesprächen auch einen erlebnispädagogischen Teil. Gemeinsam mit Klettertrainer Roman Sendrowski werden die Jugendlichen im Hochseilgarten ihre Grenzen ausloten. „Viele Jugendliche suchen beim Suchtmittelkonsum das Risiko. Sie wollen sich ausprobieren und übertreiben dabei häufig“, sagt Küsel. „Beim Klettern können sie auf eine andere Art und Weise Risiko erfahren und merken, dass Botenstoffe wie Adrenalin oder Dopamin, die beim Drogenkonsum ausgeschüttet werden, auch anders zu haben sind.“

