Groß Stöckheimer sorgen sich um ihren Feuerwehr-Oldtimer
Wolfenbüttel 48 Jahre alt ist ein Fahrzeug der Groß Stöckheimer Feuerwehr. Der Oldtimer ist ein Überhangfahrzeug und soll bald ausgemustert werden.
12,5 Liter Hubraum hat der Magirus-Deutz Jupiter aus dem Jahr 1964. In Besitz der Groß Stöckheimer ist er seit 1989. Damals habe die Bundeswehr alte Löschfahrzeuge ausgemustert, berichtet Kohnert. Bei der Wolfenbütteler Feuerwehr habe man davon erfahren und zugegriffen. Aus Hamburg sei das Löschfahrzeug nach Wolfenbüttel gekommen.
Ein Liebhaberstück sei der alte Jupiter, sagt Kohnert. Der Ortsbrandmeister macht gleich deutlich, dass die Wehr keinen Anspruch auf das historische Fahrzeug habe: „Eigentlich steht uns nur ein Fahrzeug zu. Der Jupiter ist ein Überhangfahrzeug.“
Durch Spenden finanzierten die Groß Stöckheimer den Kauf. Außerdem packten sie selbst mit an, um den Bundeswehrwagen in ein ziviles Feuerwehrfahrzeug zu verwandeln.
In Nato-Oliv sei der alte Magirus Deutz gekommen. Kohnert schmunzelt, wenn er davon berichtet. Abend für Abend und auch an den Wochenenden hätten die Groß Stöckheimer Feuerwehrleute an dem Fahrzeug geschraubt. Auf dem Gelände der Firma Brandes sei der Jupiter umlackiert worden. „Wir haben geschliffen und grundiert“, sagt Kohnert. Stück für Stück sei das Löschfahrzeug zu einem rot-weißen Feuerwehrauto geworden.
Das Prinzip der Eigeninitiative habe von da an weiter gegolten. Die Stadt helfe bei den Betriebskosten. Bei kleineren und größeren Reparaturarbeiten langen die Groß Stöckheimer Feuerwehrleute selbst zu.
Trotz seiner 48 Jahre ist der Magirus Deutz oft eine große Hilfe für die Groß Stöckheimer Wehr, sagt stellvertretender Ortsbrandmeister Marco Bachmann. Das Fahrzeug mit der großen Wasserkanone auf dem Dach habe einen Tank für 3800 Liter Löschwasser weit mehr als die üblichen 1600 oder 2400 Liter. Das habe sich positiv bemerkbar gemacht. Durch die Inbetriebnahme sind die Einsätze der Groß Stöckheimer Wehr gestiegen“, sagt Bachmann. Im ganzen Landkreis sei die Wehr unterwegs. Zuletzt habe man vom dem alten Wagen profitiert, als man das brennendes Stroh bei Salzdahlum gelöscht habe (wir berichteten).
Aber der Oldie bereitet den Groß Stöckheimern immer mehr Probleme. Dieses Jahr bauten die Feuerwehrleute bereits in Eigenleistung den Motor aus und montierten eine neue Kupplung. „Das Fahrzeug läuft, als ob nie etwas gewesen wäre“, schwärmt Bachmann.
Trotzdem sind die Tage des alten Magirus Deutz wohl gezählt. „Das mit der Kupplung war ein Schuss vor den Bug“, meint Kohnert. „Wir suchen Sponsoren. Wir wollen uns nach einem neueren Fahrzeug umsehen, damit wir weiterhin gut aufgestellt sind.“
Neben den Groß Stöckheimern haben auch die Ortswehren in Linden und Ahlum Oldtimer als Überhangfahrzeuge, sagt Wolfenbüttels Dezernent Thorsten Drahn. Die Kommune übernehme Versicherungs- und Betriebskosten. Für den Rest seien die Wehren zuständig.
