Experten erwarten sehr gute Zuckererträge
Wolfenbüttel Bis Januar sollen 1,35 Millionen Tonnen Rüben geerntet und in der Schladener Zuckerfabrik verarbeitet sein. Rekordanlieferungen vor Weihnachten.
Der 52. Tag der Zuckerrüben-Kampagne im Nordzucker-Werk Schladen läuft. Und er läuft so gut wie die 51 vorherigen. Technisch ist in der Fabrik alles im Lot. Auch die anfängliche Skepsis zu Zuckergehalt und Ertrag der Rübe ist gewichen.
„Die von uns im Sommer erwarteten guten Erträge bei den Zuckerrüben hatten sich zu Beginn der Ernte im September nicht bestätigt“, erzählt Rübenmanager Matthias Schulte beim Gang über das Werksgelände. „Die Rübe hatte im Sommer auf den Feldern mit einer riesigen Blattbildung geprahlt“, erinnert sich der Rübenexperte.
Der viele Regen im Juni und Juli sei von der Frucht in eine üppige grüne Haube umgesetzt worden. Doch unter dem Blattwerk passierte nicht viel. Die Frucht blieb im August wegen fehlender Niederschläge klein, es gab keine Massenbildung in der Wurzel.
Unruhe sei deshalb indes nicht entstanden bei Anbauern und Verarbeitern, so Schulte.
In den sonnenreichen August- und Septembertagen habe die Knolle ordentlich Zucker eingelagert. In den im Werk Schladen bislang verarbeiteten 530 000 Tonnen – das sind rund 40 Prozent der bis Mitte Januar erwarteten 1,35 Millionen Tonnen Gesamtverarbeitungsmenge – liege der durchschnittliche Zuckergehalt bei 18,5 Prozent, ein für den Experten sehr gutes Ergebnis.
Bis zum Ende der Kampagne liege die Erwartung laut Schulte bei 18,8 Prozent. „Der damit erreichte Zuckerertrag pro Hektar von gut zwölf Tonnen würde einer zufriedenstellenden Ernte entsprechen“, sagt Schulte. Durchschnittlich ernten die Anbauer in diesem Jahr 65 Tonnen Rüben je Hektar (2011: 70,6 Tonnen).
Eine Herausforderung wird für die Schladener Rübenmanager und Werksleiter Burkhard Jahn die Belieferung des Werkes an den Weihnachtsfeiertagen und um Neujahr herum.
Der Grund: Heiligabend und Silvestertag fallen auf Montage. An den davor liegenden Sonntagen herrscht Anlieferverbot. Jahn erwartet dann für die Tage vor Weihnachten und vor dem Jahreswechsel Rekordanlieferungen.
„Ich denke, dass wir dann täglich bis zu 18 000 Tonnen Rüben annehmen müssen und auf dem Rübenhof jede Ecke für die Lagerung nutzen.“ In der Spitze müssten täglich bis zu 650 voll beladene Lkw für Vorrat sorgen. Jahn: „Eine Fabrik im Vollbetrieb mal einfach anhalten, weil kein Nachschub da ist, funktioniert nicht.“



