Eichenlaub will nicht noch einmal antreten
Wolfenbüttel Die Cremlinger werden 2014 einen neuen Bürgermeister wählen. Günter Eichenlaub als Amtsinhaber wird dann wohl nicht mehr zur Verfügung stehen.
Das machte er gestern auf Nachfrage unserer Zeitung deutlich. Bereits im August hatte er angekündigt, dass er nicht glaube, dass ein 50-jähriges Dienstjubiläum erstrebenswert sei. Nun ergänzte er, dass ihm die acht Jahre, um die es bei der Wahl gehe, im Falle einer Wiederwahl zu lange wären.
Eichenlaub, der gerade seinen 60. Geburtstag gefeiert hat, wäre dann am Ende seines Berufslebens bereits 70 Jahre alt. „Das möchte ich weder mir noch der Bevölkerung antun“, sagte er im Gespräch mit unserer Zeitung.
Zudem wisse er nicht, ob das Amt, das er bereits seit Juni 1998 inne hat, von außen richtig gesehen und eingeschätzt werde. „Da geht es nicht nur um Repräsentation, sondern ich leite mit etwa 150 Angestellten durchaus ein mittelständisches Unternehmen.“
Überrascht von dieser Entwicklung zeigten sich trotz der vorherigen Andeutungen Eichenlaubs gestern der Vorsitzende des CDU-Gemeindeverbands, Michael Hartig, und auch der CDU-Fraktionsvorsitzende im Rat der Gemeinde, Uwe Lagosky.
Hartig machte deutlich, dass es ja auch andere Optionen gebe, als bis zum 70. Lebensjahr zu arbeiten. „Er könnte beispielsweise mit 65 ausscheiden. Daher ist für mich noch nicht das letzte Wort gesprochen.“ Zu einem möglichen anderen Kandidaten wollte er sich noch nicht äußern.
Ähnlich Lagosky, der vielleicht selbst als Bürgermeisterkandidat ins Rennen gehen könnte, wenn sein Plan, in den Bundestag einzuziehen, scheitern sollte: „Ich entscheide Dinge dann, wenn sie anstehen.“
Sprachlos zeigte sich der mögliche Gegenkandidat, Detlef Kaatz von der SPD. „Da muss ich mich erstmal mit beschäftigen.“ Im SPD-Gemeindeverband sei dies bislang noch kein Thema gewesen. Die gerade zurückgetretene stellvertretende Vorsitzende des Verbands, Susanne Rudolf, indes machte deutlich, dass die meisten wohl auf seine Kandidatur hoffen. „Aber auch ein anderer Kandidat ist nicht ausgeschlossen. Wir werden uns möglichst bald festlegen.“
Eichenlaub erklärte seine Entscheidung mit einem Schlüsselerlebnis: „Als meine Tochter aus Australien für sechs Wochen hier war, habe ich mir aufgrund meines Amtes einfach nicht die Zeit für sie genommen. Das bedrückt mich.“ Nach 2014 wolle er in jedem Fall Verbandsvorsteher des Wasserverbands Weddel-Lehre bleiben. Für dieses Amt ist er bis 2017 gewählt. Zudem wolle er sich ehrenamtlich sozial engagieren.
„Und sollte es beispielsweise noch zu einer Fusion mit einer anderen Gemeinde kommen und es gibt die Option auf zweijährige Verlängerung des Amts wie in Schladen, könnte ich mir auch das vorstellen.“

