DRK will schneller zu Einsatzorten im Norden kommen
Wolfenbüttel Um schneller zu Einsätzen im nördlichen Kreisgebiet ausrücken zu können, hat das DRK Am Exer eine Außenstelle seiner bestehenden Wache eröffnet.
Das Ziel ist gesetzlich definiert: Binnen 15 Minuten sollen 90 Prozent aller Einsatzorte erreicht sein. Das DRK strebt an, durch die Außenstelle insbesondere die Situation in Sickte, Atzum und Salzdahlum zu verbessern. Die Gemeinde Cremlingen wird nach Auskunft von Landrat Jörg Röhmann über Kräfte aus Lehre (Kreis Helmstedt) versorgt.
Geregelt ist der Rettungsdienst im Landkreis so: Die Kommune ist der Träger, das DRK der beauftragte Wohlfahrtsverband. Grund für die personelle und materielle Aufstockung ist ein neuer Bedarfsplan.
Nach Auskunft von Rettungsdienstleiter Hansjörg Jentsch werden Am Exer künftig zwei Rettungsassistenten einen 24-Stunden-Betrieb sicherstellen. „Sie arbeiten in 12-Stunden-Schichten.“ In der Halle hinter der Zukunftsfabrik des DRK ist hierzu ein rund 190 000 Euro teurer Rettungswagen stationiert. „Das Fahrzeug hat modernste Ausrüstung an Bord“, berichtet Rettungsassistent Bernd Möker. In dem angrenzenden Gebäude gibt es noch einen Aufenthalts- und einen Ruheraum.
Laut Vorstand Andreas Ring hatte das DRK auf seinem Gelände an der Dietrich Bonhoeffer-Straße keine Kapazitäten für eine Erweiterung. Weitere Veränderungen werde es an den Standorten Schöppenstedt und Heiningen geben: In Schöppenstedt sucht das Rote Kreuz nach Auskunft Röhmanns bereits nach einem neuen Standort. Auch dort soll der Fahrzeugbestand erhöht werden. In Heiningen wolle man die Wache vergrößern. Grund: Bislang waren alle Krankenwagen in der Stadt Wolfenbüttel konzentriert. Künftig soll ein Fahrzeug in der Samtgemeinde Oderwald stationiert werden. Dabei handelt es sich um einen Auftrag aus dem Bedarfsplan.
„Das DRK fährt im Kreisgebiet pro Jahr etwa 20 000 Einsätze und ist dabei 450 000 Kilometer unterwegs“, berichtet Ring. Jentsch ergänzt: „In der Stadt Wolfenbüttel haben wir 13 000 Einsätze und 160 000 Kilometer.“ Die Auslastung steige – nicht zuletzt aufgrund der immer älter werdenden Bevölkerung.
Die Kosten für den Rettungsdienst werden laut Ring von den Krankenkassen übernommen. „Wir haben ein festes Budget und werden auf unsere Wirtschaftlichkeit hin überprüft.“ Um Kosten zu sparen, rückten bei Einsätzen ein Notarzt und ein Rettungswagen an. „Früher ging es einfach darum, einen Patienten schnell in die Klinik zu bringen, heute soll möglichst viel schon am Einsatzort erledigt werden.“ Röhmann: „Der Landkreis ist nicht der teuerste, wenn es um Krankentransporte und Rettungsdienste geht.“
Voraussichtlich bis Januar oder Februar nächsten Jahres sollen Rettungsfahrzeuge mit modernen GPS-Geräten ausgerüstet sein – zur computergesteuerten Positionsbestimmung und Navigation. Zudem werde noch der seit langem geforderte Digitalfunk eingeführt.
