Der Kirschenberg ist ein Schatzkästlein geworden
Wolfenbüttel Die am nördlichen Hang des Kleinen Fallsteins gelegen Obstwiese hat sich zu einem Schatzkästlein von Natur- und Artenschutz entwickelt.
Besondere Obstsorten wachsen seit 1989 auf der 3 Hektar großen Streuobstwiese „Kirschenberg“ des Naturschutzbundes (NABU) Wolfenbüttel in Hornburg. Diese am nördlichen Hang des Kleinen Fallsteins gelegene Obstwiese hat sich im Laufe der vergangenen rund 20 Jahre mehr und mehr zu einem Schatzkästlein von Natur- und Artenschutz entwickelt, meint Nabu-Sprecherin Kristina Bartels. Da wäre zunächst der Erhalt der alten Obstsorten mit Namen wie zum Beispiel „Pommerscher Dickstiel“, „Roter Hauptmann“, „Schafsnase“ oder „Seestermüher Zitronenapfel“, die in modernen Obstplantagen keinen Platz mehr finden.
Auslöser für den Erhalt und die Fortentwicklung dieser Streuobstwiese bei „Willeckes Lust“ nahe Hornburg war aber auch beim NABU, dass hier auf dem seltenen Halbtrockenrasen viele geschützte Pflanzen und Vögel ihren Lebensraum haben. Bei Kartierungen wurden mehrere „Rote Liste“ - Pflanzen entdeckt. An Vögeln sind besonders der Wendehals, ein Charaktervogel der Streuobstwiese, sowie Grünspecht, Baumpieper, auch Neuntöter und viele Sperlinge und Meisen zu nennen. Viele von ihnen brüten in Nistkästen, die laufend gereinigt werden müssen. Hier konnte sich dieses Jahr die neu gegründete Jugendgruppe des NABU, die Naju, bei der Arbeit beteiligen.
Zu einem weiteren Arbeitseinsatz trafen sich jetzt 10 aktive Mitglieder des NABU, um neue Bäume zu pflanzen, Wildsträucher zu entfernen und sonstige Aufräumarbeiten auszuführen. Seit Jahren werden abgängige Obstbäume entfernt und durch neue Bäume alter Sorten ersetzt. Das Pflanzgut stellt der Landkreis unentgeltlich nach dem sogenannten „Braunschweiger Modell“ zur Verfügung.
Nachdem die vier Stunden des Arbeitseinsatzes wie im Flug vergangen waren, freuten sich die fleißigen Helfer im Alter von 8 bis 75 Jahren auf die Erbsensuppe, die vom Nachbarn Willecke und Söhne spendiert und in der alten Laube von „Willeckes Lust“ serviert wurde.



