Das sind die Stärken und Schwächen der Gemeinde Schladen
Wolfenbüttel Unsere Zeitung lädt am Dienstag, 20. November, um 19 Uhr zum Dorfabend ins DGH Schladen ein. Wir analysieren die Stärken und Schwächen der Gemeinde.
Die Stärken
Seit 2002 gibt es ein Nahversorgungszentrum, zudem eine Vielzahl an Geschäften rund um die Bahnhofstraße und den Damm. Kunden sind mit dem Branchenmix zufrieden. Gemeindedirektor Andreas Memmert freut sich: „Wir haben keinen Leerstand in unserer Hauptgeschäftsstraße.“
Auch in Sachen ärztliche Versorgung punkte Schladen. Im bundesweit ersten Filialarztpraxis-System behandelten zehn Mediziner Patienten aus der Samtgemeinde und darüber hinaus. Bahnhof und Park-and-ride-Anlage garantieren unterdessen Mobilität. Eine Verbesserung des Öffentlichen Personennahverkehrs wünschen sich allerdings nicht gerade wenige Schladener. „Wir reagieren darauf, indem wir einen Bürgerbus einführen“, so Memmert.
In Bildung sei in den vergangenen Jahren viel Geld investiert worden. An der Werla-Schule würden Haupt- und Realschüler optimal unterrichtet, zudem gebe es am Ort drei Kindertagesstätten, zwei Krippen und einen Hort. „Die Betreuung von Null an ist geregelt“, meint er. Bestätigt sieht Memmert sich durch den steigenden Zuzug junger Familien.
Als weitere Stärken nennt der Gemeindedirektor die „exzellente Vereinsstruktur mit rund 40 Vereinen“, den Sozialen Mittagstisch, die Tafel-Außenstelle sowie die Grotjahn-Stiftung, den größten Arbeitgeber Schladens. Das Gewerbegebiet Nord sei eine einzige Erfolgsgeschichte – und noch erweiterbar. Für Betriebe stünden rund 200 000 Quadratmeter zur Verfügung.
Die Schwächen
Durch Autobahn, Kiesteiche und Nordumgehung kann sich Schladen kaum noch städtebaulich entwickeln. Zudem gibt es die Hochwasserproblematik, auch wenn diese inzwischen eingedämmt ist. Die Geruchsbelästigungen durch die Nordzucker AG sind mittlerweile weitestgehend im Griff. Das Unternehmen hat kräftig investiert.
„Wir kämpfen mit dem demografischen Wandel“, berichtet Memmert. Über das Konzept Integrierte Ländliche Entwicklung seien bereits 140 Projekte erfolgreich umgesetzt worden, um Infrastruktur aufrechtzuerhalten und Angebote beispielsweise gezielt auf die Bedürfnisse von Senioren zuzuschneiden. „Wir haben die Probleme früh erkannt und rechtzeitig angefangen, etwas dagegen zu tun. Das Thema wird uns noch einige Jahre beschäftigen.“
Sorgen bereitet dem Gemeindedirektor das soziale Gefälle. So sei die Arbeitslosenquote hoch. „Wir haben arme Menschen in Schladen. Vor sechs Jahren wurde ich noch dafür ausgelacht, als ich die Tafel hierher geholt habe.“ Mittlerweile habe die Tafel-Außenstelle rund 250 Kunden.
Memmert meint: „Heute ist es doch so – je weiter weg von Ballungszentren die Menschen leben, desto ärmer sind sie.“
