Das sind die Hintergründe des Schladener Tafel-Streits
Wolfenbüttel Während hinter den Kulissen um die Zukunft der Tafel in Schladen diskutiert wird, sammeln Kunden weiter Unterschriften für Rita Hottendorf.
Die ehrenamtliche Helferin war vor einer Woche vom DRK überraschend vor die Tür gesetzt worden. Kunden fordern nun ihre Rückkehr. Wir haben bereits mehr als 70 Unterzeichner“, berichtete Isabell Becker, Initiatorin der Aktion. Am Freitag suchte sie an der Ausgabestelle wieder Mitstreiter. Wir dokumentieren, worum es bei dem Streit im Kern geht.
Das sagt das DRK:
Rund um die Verarbeitung und Weitergabe von Lebensmitteln gebe es strenge gesetzliche Vorschriften. Frische und zubereitete Ware müsse besonders gekühlt und behandelt werden, bevor sie in Umlauf gebracht werden dürfe. Diese Vorgabe sei in Schladen mehrfach missachtet worden. Selbst wiederholte Ermahnungen hätten keine Änderung herbeigeführt.
Für alle Verstöße gegen die Lebensmittelsicherheit in der Tafel müsse das DRK geradestehen. Im schlimmsten Fall könne so etwas zur Schließung der ganzen Einrichtung führen. Die Verfehlungen in Schladen seien schwerwiegend gewesen. Das Fass zum Überlaufen habe gebracht, dass Spenden an der Tafel vorbei gesammelt worden seien – wodurch sowohl die Menge der Spenden als auch Spender- und Empfängerkreis völlig unklar seien.
Es gelte die strikte Auflage: Sämtliche Waren müssen in der DRK-Anlage Am Exer sortiert und kontrolliert werden. Kunden in Schladen seien einer großen Gesundheitsgefährdung ausgesetzt gewesen.
Das sagt die Tafel:
Der Landesverband stellt zunächst klar, dass die Einrichtung in Schladen keine eigenständige Tafel sei, sondern eine Außenstelle der Tafel Wolfenbüttel. Der Name „Tafel“ sei markenrechtlich geschützt. Alle Tafeln hätten Grundsätze unterschrieben, nach denen gearbeitet werden müsse. Es dürften keine Zukäufe getätigt werden, und die Hygienevorschriften seien einzuhalten.
Das sagt Rita Hottendorf:
Klärende Gespräche mit dem DRK habe es nicht gegeben, so die Hornburgerin. Einen Verstoß gegen das Lebensmittelgesetz räumt die bisherige inoffizielle Leiterin der Einrichtung ein. Sie fragt: „Warum hat das DRK über einen längeren Zeitraum keine Waren mehr in Schladener Märkten abgeholt?“ Um Kunden mit Wurst, Käse und auch Nudeln versorgen zu können, „bin ich zu Rewe gefahren und habe von meinem privaten Geld eingekauft. Die Waren hatten das Mindesthaltbarkeitsdatum noch nicht erreicht.“ Nach einem Gespräch mit dem Marktleiter habe dieser ihr „noch jede Menge Waren – keine Kühlwaren – mitgegeben.“ Rita Hottendorf: „Schade ist nur, dass wieder einmal die Bedürftigen, die auf die Tafel angewiesen sind, zu leiden haben.“



