Bevölkerungsschutz ist beim Hochwasserschutz vorrangig
Wolfenbüttel Der Rat der Stadt Wolfenbüttel beschloss mit großer Mehrheit ein integriertes Hochwasserschutzkonzept.
Bereits im Bau- und Umweltausschuss der Stadt Wolfenbüttel war vor einigen Tagen das Integrierte Hochwasserschutzkonzept „Nördliches Harzvorland, Teilbereich Oker“ ausführlich diskutiert worden. Fünf technische Maßnahmen zum Hochwasserschutz werden darin zur sofortigen Umsetzung vorgeschlagen, unter anderem ein 90 Meter langer Damm bei Wendessen, der den Ort vor Hochwasser der Altenau schützen soll.
Bürgermeister Thomas Pink lobte das Hochwasserschutzkonzept als Beispiel für eine gute interkommunale Zusammenarbeit. Er dankte Bauamtsleiter Gerhard Willms für sein Engagement bei der Erarbeitung des Konzeptes, das vom Rat bei drei Gegenstimmen und vier Enthaltungen angenommen wurde. Nun kann die Stadt Fördermittel für die beabsichtigten Maßnahmen beantragen. Die Umsetzung der Maßnahmen wurde vom Rat dem Wasserverband Peine übertragen.
Andreas Pölking (Grüne) bedauerte, dass eine naturnahe Gewässerentwicklung kaum Berücksichtigung finde. Der Vertreter der Grünen kritisierte auch den „unnötigen Zeitdruck“, unter dem die Vorlage verabschiedet wurde. Das sah der SPD-Fraktionsvorsitzende Ralf Achilles nicht so: „Ich sehe keine Informations- oder Diskussionsdefizite.“ Er betonte, dass das Hochwasserschutzkonzept auch einen „Bevölkerungsschutz“ für die Bewohner von Wendessen, Linden und Halchter darstelle.
Christoph Helm, Fraktionsvorsitzender der CDU, wies zudem darauf hin: „Wir haben technische und naturnahe Maßnahmen im Konzept.“
Der Antrag der Grünen zur Entwicklung eines gemeinsamen ökologischen Hochwasserschutzkonzepts mit allen betroffenen Ile-Gemeinden, für das es auch europäische Fördermittel gebe, wird nun zunächst im nächsten Bau- und Umweltausschuss diskutiert.


