Ausstellung im Lukaswerk zeigt Fotos von Tattoos
Wolfenbüttel Im Wolfenbütteler Lukaswerk sind Bilder von Tätowierungen zu sehen. Drei Fotografen haben sich mit Menschen und ihren Tattoos befasst.
„Wer seine Tattoos entblößt und sie zeigt, macht sich auch ein Stück schutzlos.“ Das betonte der Vorsitzende des Fördervereins des Tagestreffs Café Clara, Propst Hans-Heinrich Schade. Er eröffnete die Fotoausstellung Hautnah.
Aus weit über 200 Bildern, die Heike Küsel, Sabine Resch-Hoppstock und Lukasz Pobieda fotografiert haben, ist eine Auswahl von 45 Fotos in den Räumen der Fachambulanz des Lukas-Werkes ausgestellt. Die vorwiegend schwarz-weiß gestalteten Abzüge zeigen Bilder, die Frauen und Männer auf ihrem Körper tragen: Ein Koala auf dem Oberarm, eine Rose auf dem Schulterblatt, ein Stern auf dem Wangenknochen und ein „Sexy“ am Nabel, kurz über dem Hosenbund. Aber ganz oft ist es nicht der modische Hingucker, ganz oft sind die Hautbilder eingeritzte Lebensgeschichten. Und die wirken verworren, manchmal schrill, aggressiv oder aufgegeben. „Ich bin ein fieser Saukerl“, hat sich da jemand auf seinem Arm beschrieben. „Jemand, der von sich selber sagt, er sei völlig beziehungsunfähig“, sagt Fotograf Pobieda.
„Immer wieder haben wir im Umgang miteinander die Erfahrung gemacht, dass die Menschen, die sich dem Objektiv geöffnet haben, nicht rau oder kämpferisch waren, sondern eher zerbrechlich“, schildert Sabine Resch-Hoppstock ihre Eindrücke aus dem Fotoprojekt. Und Heike Küsel bestätigt: „Während der Arbeit hat sich eine Beziehung aufgebaut.“
Viel Zeit bleibt nicht, um einen Blick auf die gestochenen Bilder zu werfen. Die Fotoausstellung ist nur in der kommenden Woche in der Fachambulanz Wolfenbüttel des Lukas-Werkes, Dr.-Heinrich-Jasper-Str. 5, in der Zeit von 10 bis 14 Uhr zugänglich.



