Ahlumer Siedlung könnte zum Solarquartier werden
Wolfenbüttel Wie man die Ahlumer Siedlung energetisch sanieren kann, soll eine Studie zeigen. Erste Zwischenergebnisse präsentierte die Stadt den Bürgern.
50 bis 70 Jahre alt sind die meisten Häuser in der Ahlumer Siedlung, und viele von ihnen sind sanierungsbedürftig. Wie sich dort Heizungs- und Stromkosten sparen ließen und wie man den Kohlendioxid-Ausstoß senken könnte, soll eine Studie deutlich machen. Rund 100 Interessierte kamen zur Präsentation von Stadt und den Projektpartnern BauBeCon und Enakon Wolfenbüttel GmbH.
Enakon-Energiefachmann Tobias Kuhlmann analysierte die aktuelle Situation und präsentierte als Perspektive die Idee eines Solarquartiers. Rechnerisch ließen sich etwa 88 Prozent des Strombedarfs über Photovoltaikanlagen auf den Dächern decken. Dabei müssten nicht einmal alle Flächen, die für die Technik infrage kämen, genutzt werden. Ein großer Vorteil in der Ahlumer Siedlung sei, dass viele Dachflächen nicht von großen Bäumen beschattet würden. „Mit Photovoltaik kann man hier wirklich viel erreichen“, sagte Kuhlmann.
Viele der Gebäude in der Ahlumer Siedlung seien nur unzureichend saniert, berichtete Kuhlmann von den Ergebnissen einer Enercon-Analyse. „Lediglich bei etwa einem Drittel der Gebäude wurde energetisch etwas saniert“, sagte er: „Das Einsparpotenzial liegt bei rund 44 Prozent, wenn man die Gebäude auf einen guten Stand bringt.“
Zum Sanierungskonzept könnten neben Photovoltaik und Wärmedämmung effiziente Heizungen mit Brennwertkesseln und Miniblockheizwerke kommen. Parkplätze könnten mit Anschlüssen für E-Mobilität ausgestattet werden. Mit LED-Straßenbeleuchtung ließe sich außerdem zusätzlich Energie sparen.
Das energetische Konzept für die Ahlumer Siedlung werde mit Zuschüssen entwickelt, betonte Bürgermeister Thomas Pink. Nach der ersten Infoveranstaltung sind weitere Arbeitsgruppentreffen geplant. Daran sollen sich auch Bürgervertreter beteiligen. Uwe Kienbaum und Adalbert Wiesbaum haben sich bereiterklärt, diese Aufgabe zu übernehmen.
Eine zweite Bürgerveranstaltung ist laut Pink für Frühjahr 2013 vorgesehen.

