Acht Helfer der Tafel in Schladen beenden ihre Mitarbeit
Wolfenbüttel Die Tafel in Schladen kommt nicht zur Ruhe. Erst warf das DRK eine Helferin raus, nun kündigten acht weitere Kräfte an, ihre Mitarbeit zu beenden.
„Wir sind über den Rauswurf von Frau Hottendorf entsetzt“, sagt Siegrid Uhde, Sprecherin der Ehrenamtler, im Gespräch mit unserer Zeitung. Nach dieser Aktion könne die Gruppe nicht mehr für die Institution einstehen. Aus Solidarität mit der Ex-Kollegin habe man die Konsequenz gezogen – im Bewusstsein, dass es mit der Tafel weitergehen werde.
Siegrid Uhde und das Team empfinden das Vorgehen des DRK als ungerecht. Sie fragen: „War hier jemand zu unbequem, weil er sich zu stark für die Kunden eingesetzt hat?“ Rita Hottendorf habe die Tafel vielleicht nicht offiziell, in jedem Fall aber faktisch geleitet. Die scheidenden Mitarbeiter sind der Ansicht: Das DRK hätte mit ihr ein klärendes Gespräch suchen müssen.
Das habe es gegeben, versichert Andreas Ring, Vorstand des Kreisverbands Wolfenbüttel. Seit etwa einem halben Jahr sei immer wieder Thema gewesen, dass Rita Hottendorf „sämtliche Regeln nicht eingehalten hat und nicht einhalten wollte“. Gegenüber unserer Zeitung hatte die Hornburgerin erklärt, auf Lieferschwierigkeiten reagiert und Lebensmittel für Bedürftige teilweise aus der eigenen Tasche zugekauft zu haben.
Ring erklärt hierzu: „Bei uns steht die Lebensmittelsicherheit an erster Stelle.“ Man habe die Außenstelle in Schladen darüber informiert, dass ein Kühlfahrzeug ausgefallen sei und es deshalb zu Engpässen beim Abholen von Ware komme. Der Vorstand: „Spenden kann man Konserven oder Nudeln, aber keine Frischspeisen.“
Rita Hottendorfs Vorwurf, das Rote Kreuz habe zuletzt nicht genug Ware geliefert, weist Ring zurück. „Wir können lückenlos belegen, was vom Exer in Wolfenbüttel nach Schladen ging.“
Den Schritt des Helfer-Teams bedauert er. Einige Mitarbeiter sind seit mehreren Jahren in der Tafel tätig gewesen. Das DRK will den Betrieb in der alten Schule fortführen. Übergangsweise sollen Kräfte aus Wolfenbüttel übernehmen.
Zwischenzeitlich, so der Vorstand, habe er Kontakt zu den Ortsvereinen in der Samtgemeinde Schladen aufgenommen, um nach neuen ehrenamtlichen Helfern zu suchen. „Für unsere Kunden wird es keinerlei Veränderungen geben“, verspricht Ring. Die Tafel gibt Lebensmittel immer mittwochs und freitags von 12 bis 14 Uhr aus.
Unterdessen macht Schladens Verwaltungschef Andreas Memmert deutlich, auf was es ihm in dieser Situation nun ankommt: „Die 200 Menschen, die auf die Tafel vertraut haben, dürfen nicht leiden.“ Memmert spricht von einem Kommunikationsproblem zwischen DRK und ehemaliger Mitarbeiterin. „Hätten wir gewusst, dass es hakt, hätten wir helfen können.“ Die Kommune stellt dem Roten Kreuz die Tafel-Räume kostenlos zur Verfügung.
Memmert will haupt- und ehrenamtliche DRK-Helfer am Dienstag zu einem klärenden Gespräch bitten. Er sagt: „Die Einrichtung ist eine riesige Erfolgsgeschichte.“ Sie dürfe durch den Konflikt keinen Schaden nehmen. „Die Tafel wird am Mittwoch öffnen – und wenn ich selbst hinter dem Tresen stehe.“



