60 Prominente werben auf Plakaten für mehr Zivilcourage
Wolfenbüttel 60 Prominente werben auf Plakaten für eine Kultur des Hinsehens, Handelns und Helfens. Die Ausstellung wird in der Ostfalia-Hochschule gezeigt.
„Im richtigen Moment die Notbremse ziehen“, meint Schauspieler Jan Fedder auf seinem Plakat zur Kampagne „mehr Zivilcourage“. Zu sehen ist die Ausstellung der Opfer-Hilfeorganisation Weißer Ring bis zum 31. Oktober in der Fakultät Soziale Arbeit der Ostfalia-Hochschule für angewandte Wissenschaften am Exer 6 in Wolfenbüttel.
Politiker, darunter Bundespräsident Gauck, Ministerpräsident McAllister oder der SPD-Bundesvorsitzende Gabriel, Schauspieler wie Jan Fedder, Leistungssportler wie Marc Fitzner (Eintracht Braunschweig) oder Nick Schneiders (Phantoms), Sänger wie Heinz Rudolf Kunze oder Cihan Karaca, aber auch Schornsteinfeger oder Feuerwehrmitglieder wie Ulrich Kohl aus Goslar fordern dort mit eigenen Statements von Plakatwänden herunter ein Umdenken der Bevölkerung.
Günter Kosching aus Goslar hat die Aktion und die Ausstellung mitentwickelt. Die Fotos der Prominenten steuerte Heike Göttert bei, berichtete Polizeipräsident Harry Döring bei der Eröffnung vor den Studenten des Fachbereichs Soziale Arbeit. Deren Dekanin, Professorin Sabine Brombach, erklärte: „Zivilcourage beinhaltet eine Utopie von einer besseren Gesellschaft, deren Gegenteil die Barbarei ist.“ Brombach forderte die Studenten auf, gemeinsam an einer Kultur des Helfens zu arbeiten.
Polizeipräsident Harry Döring warnte davor, sich selbst in Gefahr zu bringen, wie einst das heutige Kampagnenmitglied Fadi Saad, das nach der Ausstellungseröffnung den Studenten zu Gesprächen zum Thema Zivilcourage zur Verfügung stand.
Döring empfahl: „Bringe Dich selbst ein, aber gefährde Dich nicht selbst.“ Deshalb lautet sein Spruch auf seinem Plakat auch: „110 und die Profis kommen.“ Der Polizei-Notruf würde von jedem Handy aus erreichbar sein. Den Polizisten sollte man dann schnelle und präzise Informationen geben, damit möglichst schnell Polizei vor Ort sein kann, um den Opfern zu helfen und die Täter zu bekommen.

