Uwe Seeler traut Eintracht die 1. Liga zu
Mit guten Wünschen von Fußball-Legende Uwe Seeler, dem Koffer von Trainer Torsten Lieberknecht und großer Motivation ging‘s für den Zweitligisten Eintracht Braunschweig am Mittwoch nach Spanien ins Trainingslager.
Da staunten Eintrachts Fußballer nicht schlecht: Als Spieler, Trainer und Betreuer am Mittwoch um kurz vor zehn Uhr am Hamburger Flughafen ihr Gepäck aufgaben, stand plötzlich Deutschlands Ehrenspielführer Uwe Seeler neben ihnen – und grüßte mit einem freundlichen "Guten Morgen" in die verdutzt dreinblickende Runde als würde er gerade eine Bäckerei betreten.
Braunschweigs Torwart Marjan Petkovic konnte sich einen dummen Spruch in Richtung der Korte-Zwillinge nicht verkneifen: "Den kennt ihr doch gar nicht mehr", scherzte der Schlussmann in Anspielung auf das Alter der Mittelfeldspieler und erntete dafür böse Blicke der beiden 21-Jährigen.
Seeler nutzte derweil die Gelegenheit zu einem kurzen Pläuschchen mit Eintrachts sportlichem Leiter Marc Arnold, den er von einem Benefiz-Golf-Turnier kennt.
Dabei wurde schnell deutlich, dass die HSV-Legende das Geschehen in der 2. Fußball-Bundesliga aufmerksam verfolgt. Als Aufsteiger, stellte Seeler fachkundig fest, würde Braunschweig in der Tabelle momentan sehr gut dastehen. Gleichwohl prognostizierte er: "In der Rückrunde wird es das Team allerdings deutlich schwerer haben." Langfristig traut die Fußball-Legende den Blau-Gelben sogar die Rückkehr in die 1. Liga zu. Dafür, so Seeler, müssten die Verantwortlichen "das Team zusammenhalten und punktuell verstärken".
Der 75-Jährige hat in seiner Karriere selbst unzählige Male gegen Eintracht gespielt. "Braunschweig war schon immer eine Fußball-Hochburg. Das war jedes Mal ein heißer Tanz für uns", erinnert er sich. Mit einigen Akteuren von damals habe er hin und wieder immer noch Kontakt, unter anderem mit Horst "Luffe" Wolter. "Und von Bernd Gersdorff habe ich unlängst zu meinem Geburtstag noch ein paar Zeilen bekommen."
Auf Mallorca trennten sich gestern die Wege von Eintracht und "Uns Uwe". Während der Hamburger Ehrenbürger nach Marbella zu einem Golfturnier seiner Stiftung weiterflog, bestieg der Eintracht-Tross den Flieger nach Valencia. Bei 15 Grad und leicht bewölktem Himmel landeten die Blau-Gelben dort um 16.02 Uhr.
"Das ist ein erfolgreicher Start ins Trainingslager", jubilierte Trainer Torsten Lieberknecht am Gepäckband, als er seine Tasche erspähte. Zur Erinnerung: Im Vorjahr war sein Gepäck auf dem Weg nach Tunesien verloren gegangen.

