Forscher hoffen auf Beweise für ältesten Bergbau in Deutschland
2003-09-17T15:25:00+0200
Goslar (lni) - Eine große archäologische Grabung am Goslarer Rammelsberg soll neue Erkenntnisse über die Geschichte des Bergbaus in Deutschland bringen. Es gebe Anhaltspunkte dafür, dass am Rammelsberg schon vor mehr als 3000 Jahren nach Erz geschürft wurde, sagte der Leiter des Rammelsbergmuseums, Reinhard Roseneck. Damit wäre Goslar das älteste Bergbaugebiet Deutschlands. Spezialisten des niedersächsischen Landesamtes für Denkmalpflege wollen im Jahr 2004 beginnen, nach Beweisen für die These zu suchen.
In einem ersten Schritt werden Experten der Bundeswehr bereits in dieser Woche den Rammelsberg mit Hilfe spezieller Satelliten-Technik vermessen. "Wir erhalten dadurch ein dreidimensionales Geländemodell als Grundlage für die Ausgrabungen", sagte Lothar Klappauf dem Landesamt für Denkmalpflege. Die eigentlichen Grabungsarbeiten könnten dann bis zu zehn Jahre dauern, meint der Geologe Arnold Quest, der das Projekt vorbereitet.
Bei Probegrabungen hatten die Archäologen im vergangenen Jahr am Rammelsberg unter anderem Reste einer rund 1000 Jahre alten Bergmannssandale gefunden. "Das war der Beweis dafür, dass um das Jahr 1000 in Goslar Bergbau stattfand, sagte Quest. "Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass wir noch deutlich ältere Funde machen". Die Grabung, an der Forscher unterschiedlichster Fachrichtungen beteiligt sein werden, soll auch Klarheit über die frühe Bergbau-Technik bringen. "Davon ist bis jetzt wenig bekannt", sagte Quest.


