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Lokales

Eintracht verliert Pokal-Krimi 2:1

Florian Kleinschmidt

Drittligist Eintracht Braunschweig musste sich nach großem Kampf in einem echten Pokal-Krimi gegen Greuther Fürth mit 2:1 geschlagen geben. Dabei war die Lieberknecht-Elf insgesamt die bessere Mannschaft mit einem klaren Chancen-Übergewicht.

Vor allem aber die vielen ungenutzten Tormöglichkeiten sollten der Eintracht am Ende zum Verhängnis werden. Für die Tore der Gäste sorgten Bernd Nehrig (91. Minute) und Leonhard Haas (119.) sowie Mathias Fetsch
(116.) für die Eintracht.

Von einem Klassenunterschied zwischen dem Zweit- und dem Drittligisten war im gesamten Spielverlauf nichts zu spüren. Im Gegnteil: Die Gastgeber, die zum wiederholten Male mit der selben Startformation aufliefen, machten von Anfang an Druck und erspielten sich vor knapp 18.000 Zuschauern wertvolle Chancen. Vor allem Dominick Kumbela belebte die Offensive, wirkte aber ungewohnt nervös.

Die Folge: Schwächen im Abschluss und viele vergebene Torchancen (9./15.). Die wohl beste Chance der ersten Hälfte hatte aber Deniz Dogan auf dem Fuß, als er aus rund sechs Metern Torentfernung den Ball noch Zentimeter über die Latte haute (25.). Fürth drückte zwar über weite Strecken, konnte aber keine echte Torgefahr aufbauen.

Die zweite Hälfte knüpfte dort an, wo die erste aufgehört hatte: Braunschweig machte das Spiel und konnte sich so im Verlauf zahlreiche Torchancen erspielen. In der 59. Minute zittert dann das Aluminium des Fürther Gehäuses, als Kumbela mit einem satten Schuss nur den Pfosten trifft. In der 68. Minute kann dann Schlussmann Grün die aus spitzem Winkel geschossene Kugel von Bellarabi nach einem schönen Solo gerade noch zur Ecke klären. Am Ende stand auch nach mehr als 90 gespielten Minuten auf beiden Seiten die Null und Schiedsrichter Fischer bat zur Verlängerung.

Schon in der ersten Minute der Verlängerung gab es dann den Schock für die Eintracht und ihren Anhang: Trotz der Braunschweiger Überlegenheit in der regulären Spiel gelingt dem Fürther Bernd Nehrig mit einem strammen Sonntagsschuss der erste Treffer der Partie (91.). Trotz des plötzlichen Rückstands arbeitete die Lieberknecht-Elf weiter am Ausgleich und wurde dafür unmittelbar nach dem Seitenwechsel mit dem Ausgleich belohnt. Glücklicher Torschütze war der erst wenige Minuten zuvor eingewechselte Mathias Fetsch, der nach starker Vorarbeit von Bellarabi den mustergültigen Pass zum 1:1 verwerten konnte.

Spätestens zu diesem Zeitpunkt hatte sich das Eintracht-Stadion in einen Hexenkessel verwandelt. Die Eintracht profitierte anschließend von dem gewonnen Selbstvertrauen, doch keine der beiden Mannschaften traute sich in der Schlussphase, die eigenen Spielräume nochmals aufzumachen. So sorgte ein krasser Abwehrfehler des Braunschweigers Dogan in der 119. Minute für die Entscheidung des Spiels, als dieser bei einer halbherzigen Abwehraktion den Ball an den Fürther Leonhard Haas verliert und anschließend nicht schnell genug hinterher kommt. Der daraus resultierende Schuss kann vom schlecht aussehenden Eintracht-Torwart Marjan Petkovic nicht unter Kontrolle gebracht werden, sodass die Kugel an den Beinen des Schlussmanns vorbei ins Netz rutscht.

Die Gäste aus Fürth sind somit am Ende die glücklichen Gewinner, die sich vor allem durch die miserable Chancenverwertung und einen katastrophalen Abwehrfehler in letzter Sekunde um ihren verdienten Lohn gebracht haben. An Dramatik war dieser Pokal-Thriller jedenfalls kaum zu überbieten.

Michael Büskens: „Das war ein leidenschaftliches Pokalspiel vor einer sensationellen Kulisse. Man muss großen Respekt vor der Leistung der Braunschweiger haben. Ich hatte bereits im Vorfeld vor diesem Gegner gewarnt. Wir wussten, dass es eine große Hürde werde würde, bei der man das gewisse Quäntchen Glück haben muss. Umso glücklicher sind wir, diese Hürde genommen zu haben. Wenn Braunschweig das Niveau annähernd halten kann, werden sie in der nächsten Saison eine Liga weiter oben spielen!“

Torsten Lieberknecht: „Wir hätten heute einen Sieg verdient gehabt. Letztlich hatten wir viele Torschacnen, die wir nicht genutzt haben und bei einem Spiel gegen einen so starken Gegner muss man fehlerfrei spielen. Das ist uns nicht gelungen und deshalb haben wir das Spiel heute verloren. Wir müssen aus diesem Spiel lernen und dann wieder aufstehen. Ich kann meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen. Das war heute ein echter Pokalfight. Leider konnten wir das Spiel nicht für uns entscheiden.“

Fakten zum Spiel:

Eintracht Braunschweig:
Petkovic - Fuchs, Henn, Dogan, Reichel - Bellarabi, Vrancic , Pfitzner (100. Fetsch), Boland (83. Reinhardt) - Kruppke, Kumbela

Greuther Fürth:
Grün - Schröck, Kleine, Biliskov, Rahn - Pekovic (88. Karaslavov)- Nehrig (120. Mauersberger), Müller - Haas - Onuegbu (85. Nöthe), Schahin

Schiedsrichter: Fischer (Hemer)

Zuschauer: 16935

Gelbe Karten: Boland, Kruppke, Bellarabi, Henn / Kleine, Pekovic, Schröck, Prib, Rahn, Nöthe, Schahin

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Veröffentlicht: 14.08.2010 - 21:57 Uhr
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