Eintracht sucht den richtigen Dreh
Zaubern muss Torsten Lieberknecht nicht. Aber Geschick und ein gutes Händchen muss der Trainer von Fußball-Zweitligist Eintracht Braunschweig am Freitag schon zeigen, wenn er die Mannschaft für die Partie beim FC Ingolstadt zusammenstellt. Die Verletzungen von Steffen Bohl, Marcel Correia, Matthias Henn und Markus Unger sowie die Sperre von Benjamin Kessel zwingen Lieberknecht zu Umstellungen.
„Ich fühle mich an die Bastelstube von Jean Pütz erinnert“, sagte der Eintracht-Coach am Mittwoch in der Pressekonferenz vor dem Auswärtsspiel beim Tabellenletzten in Anlehnung an den ehemaligen Fernsehmoderator und Erfinder der Sendung Hobbythek. Schließlich müsse er auch eine Mannschaft zusammenbasteln, die in Ingolstadt funktionieren soll.
Ausrichten wird er seine Aufstellung auch an der Spielweise des Gegners. Nur der hat seit zwei Spieltagen mit Tomas Oral einen neuen Trainer. Im ersten Spiel unter dem neuen Chef spielte Ingolstadt daheim im 4-4-2 gegen München (0:1), im zweiten in Cottbus (0:0) mit einem 4-2-3-1-System.
Neu besetzen muss Lieberknecht in jedem Fall den Posten des Rechtsverteidigers und, noch entscheidender, eine Position in der Innenverteidigung. Mehrere Varianten bieten sich an.
Rechtsverteidiger: Jan Washausen spielte nach Bohls Ausfall gegen Bochum fast eine Stunde lang dort sehr ordentlich. Benjamin Fuchs und Oliver Petersch sind ebenfalls Kandidaten.
Innenverteidiger: Der vielseitige Washausen könnte auch neben Denis Dogan im Abwehrzentrum auflaufen. Emre Turan ebenfalls. Ken Reichel und Norman Theuerkauf sind ebenfalls Optionen, doch dann müsste Lieberknecht weitere Umstellungen vornehmen. Für Reichel könnte – wie beim 3:1-Erfolg in Karlsruhe – Mirko Boland links verteidigen. Geht Theuerkauf ins Deckungszentrum stünden der wiedergenesene Damir Vrancic, Marc Pfitzner oder Julius Reinhardt für den defensiven Part im Mittelfeld bereit. Petersch, Raffael Korte und Nico Zimmermann sind Anwärter auf Plätze im Mittelfeld neben dem gesetzten Dennis Kruppke.
Lieberknecht hat also viele Möglichkeiten. „Wir müssen das für uns passende System gegen Ingolstadt finden. Der Gegner hat sich zuletzt in der Defensive sehr stabil gezeigt und sehr konzentriert gegen den Ball gearbeitet. Das macht es schwierig für uns“, sagt der Eintracht-Trainer. „Ich erwarte viel Angriffswucht“, fügt er hinzu.
Lieberknecht wird Donnerstagvormittag mit 19 Spielern Richtung Ingolstadt aufbrechen. Am Nachmittag wird in Bayern trainiert. Nach dem Spiel am Freitagabend bleibt Eintracht über Nacht und kehrt erst im Laufe des Sonnabends zurück.
FC Ingolstadt – Eintracht Braunschweig, Freitag 18 Uhr
