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Bessere Chancen für Hauptschüler

Pilotprojekt stellt Lotsen für die Berufsausbildung

Hans-Dieter Schlawis

BRAUNSCHWEIG. Mit Hilfe eines drei Jahre dauernden Pilotprojekts an vier Schulen der Region sollen vor allem mehr Hauptschüler qualifizierte Ausbildungs- und Arbeitsplätze finden. In den kommenden drei Jahren stehen dafür 1,6 Millionen Euro bereit.

Die Idee: Je ein Motivationscoach und ein Qualifizierungslotse pro Schule – einer arbeitspädagogisch, der andere sozialpädagogisch besonders geschult – begleiten, beraten und bereiten 7. Klassen systematisch auf den Einstieg in die Berufswelt vor. Das ist im Unterricht, aber auch parallel oder zusätzlich zu ihm möglich. Einzelgespräche oder Kleingruppen können die Arbeit im Klassenverband ergänzen oder ersetzen.

Herzstück des Projektes sollen mehrwöchige Praktika in Betrieben sein, damit Jugendliche Berufe und deren Anforderungen kennenlernen. Unternehmen erhalten so Kontakt zu möglichen neuen Mitarbeitern.

"Nur ein Viertel aller Hauptschüler erhält im ersten Anlauf eine Ausbildungsstelle", macht Gundolf Algermissen, Vorsitzender der DGBRegion Südost-Niedersachsen, das Grundproblem deutlich. "Wir dürfen diese Jugendlichen nicht fallenlassen", sagt auch Manfred Casper, Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbandes Braunschweig. "Wir müssen in der Schule früh ansetzen, da, wo die ersten Verbindungen zur Berufswelt entstehen." Für die erforderliche Zahl von Praktikumsplätzen wollen die Arbeitgeber mit aller Macht sorgen. Damit steht oder fällt das ganze Projekt. "Ich bin sehr zuversichtlich, dass das klappt, vor allem kleine Betriebe sind sehr aufgeschlossen", sagt Casper.

"Wenn Jugendliche in der Schule scheitern, kommt das nicht nur den Einzelnen, sondern die ganze Gesellschaft teuer zu stehen", meint Dr. Gerhard Prätorius, Reson-Geschäftsführer. "Wir wollen mit dem Projekt dafür sorgen, dass sich für die Schüler so wenig Sackgassen wie möglich auftun."

Das Projekt der regionalen Entwicklungsagentur Reson hat das Braunschweiger Bündnis für Arbeit in Auftrag gegeben. Partner ist unter anderem das Bildungswerk der niedersächsischen Wirtschaft. Eine Million Euro kommen vom Bund und aus dem Europäischen Sozialfonds, die Arbeitsämter Braunschweig und Helmstedt helfen zusammen mit 340000 Euro. Die Hauptschule Sophienstraße und die Astrid-Lindgren-Schule (beide Braunschweig), die Heinrich-Ahrens-Hauptschule in Salzgitter und die Eichendorffschule Schöningen machen mit. "Wir haben diese vier ausgesucht, weil sie schon Erfahrungen haben, an die angeknüpft werden kann", sagt Walter-Johannes Herrmann von der Bezirksregierung, die auch mithilft.

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Veröffentlicht: 28.02.2003 - 18:11 Uhr
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