"Atommüll in der Asse zum Spottpreis entsorgt"
2009-03-06T22:00:00+0100Bis 1975 war die Einlagerung sogar umsonst
WOLFENBÜTTEL. Kernforschungszentren, Energieversorger und andere Anlieferer haben für das Einlagern ihres Atommülls in der Asse laut Bundesumweltministerium nur rund 16,5 Millionen Mark bezahlt.
Das geht aus einer Aufstellung des Ministeriums hervor. "In der Zeit von 1967 bis 1975 wurden keine Gebühren für die Einlagerung von radioaktiven Abfällen in der Schachtanlage Asse II erhoben", heißt es in dem Papier. Bis dahin seien bereits 50 Prozent der Gebinde eingelagert gewesen. Dann seien bis 1978 rund 16,5 Millionen Mark gezahlt worden.
"Bei der Asse ging es von Anfang an vor allem um billige Entsorgung von Atommüll", so Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD). "Aus allen kommerziellen Atomkraftwerken in Deutschland wurde seinerzeit Müll zu Spottpreisen in die Asse gekarrt." Mit einer Brennstoffsteuer auf Uran könnten die Mitverursacher des Asse-Desasters aber indirekt zur Finanzierung der Sanierungskosten herangezogen werden, forderte Gabriel.


