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Asse-Atommüll verseucht die Lauge

Studie der Uni Clausthal: Austretende Salzlösung hat Kontakt mit angeblich sicher eingelagerten Fässern

Michael Ahlers

HANNOVER. Der Plan, die Asse mitsamt dem eingelagerten Atommüll zu schließen, wird immer schwieriger haltbar.

Die festgestellte Verstrahlung von Lauge mit Cäsium 137 gehe auf in der Asse eingelagerten Atommüll zurück, erklärte Niedersachsens Umwelt-Staatssekretär Stefan Birkner gestern. Dies habe ein Gutachten des Bundesforschungsministeriums ergeben. Daran war auch die Universität Clausthal beteiligt.

Der Betreiber des Versuchsendlagers, das Helmholtz-Zentrum München, hatte eine Beschädigung von Fässern bei der Einlagerung als wahrscheinliche Ursache der radioaktiven Belastung genannt. In einer Erklärung bestätigte die "Schachtanlage Asse" gestern, ein Großteil des festgestellten Cäsiums und Tritiums stamme aus der Kammer 12. "Die Annahmen des Betreibers sind widerlegt", sagte Birkner. Ob der Plan, den Atommüll in der Asse zu lassen und das Endlager sicher zu verschließen, noch haltbar ist, wollte das Ministerium nicht kommentieren.

Das Helmholtz-Zentrum sieht keine Auswirkungen auf die geplante Schließung. Die Laugen würden ordnungsgemäß entsorgt, eine geplante Barriere werde das Nachdrücken weiterer kontaminierter Lösung verhindern.

FAKTEN:

Asse II: In der Schachtanlage wurde bis 1978 schwach und mittel radioaktiver Atommüll eingelagert. Hochradioaktiver Müll liegt dort laut Ministerien, Betreiber und Tüv nicht.

Schließung: Der Betreiber will das Endlager mitsamt dem Atommüll verschließen. Die Behörden fordern weitere Sicherheitsnachweise.

Protest: Kritiker fordern, auch Alternativen – wie zum Beispiel das Herausholen des Mülls – zu prüfen.

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Veröffentlicht: 21.08.2008 - 00:00 Uhr
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