Wunsch: Dialog statt Marktanalyse
Wolfsburg Die von PUG und SPD angestrebte Standortanalyse für Vorsfelde als Einkaufs- und Erlebnisstandort (WN berichteten) stößt auf geteiltes Echo.
Nicht wirklich überzeugt von dem Vorhaben sind die Geschäftsleute. „Eine erneute Analyse wäre zu kurz gedacht, schließlich gab es ja schon welche. Die WMG und diverse runde Tische befassen sich regelmäßig mit dem Thema“, sagt Christian Kluge, Geschäftsführer der Firma Hohls und Sprecher der Werbegemeinschaft Vorsfelde live. An diesen Ansätzen solle man erst einmal weiter arbeiten, bevor viel Geld für Experimente ausgegeben werde, sagt Kluge.
„Wir wissen selbst, was uns fehlt. Schuhe, vor allem für Kinder, Bekleidung, Parfümerie, Jeansgeschäft. Und was wir nicht wollen, wissen wir auch: Noch mehr Ein-Euro-Läden“, schiebt Kluge nach.
Es habe ja diese Sparten bereits in Vorsfelde gegeben, dafür, dass sie nicht mehr da sind, gebe es Gründe. Daran müsse man arbeiten. „Im Kopf der Verbraucher muss ankommen, hier auch einzukaufen.“ Kluge betont aber auch, dass der eine oder andere Vermieter beweglicher sein sollte. „Vorsfelde ist attraktiv, Beratung, Preis und Busanbindung stimmen.“
Auch Ortsbürgermeister Günter Lach kann sich mit einer Analyse nicht recht anfreunden. Es setzt auf Dialog statt Analyse. „Ich habe vor, für Mitte November den Verkehrsverein, Gewerbetreibende und die Privatleute, die leerstehende Geschäftsflächen haben, einzuladen.“
Was in Vorsfelde fehle, wisse man, eine Marktanalyse brauche es dafür nicht, sagte Lach. „Es passiert einiges, WMG und Verkehrsverein sind aktiv. Das Problem ist, dass es für die Bereiche, die fehlen, keine Interessenten gibt.“ Zudem verändere sich die Geschäftswelt, es gebe immer mehr Filialisten, weniger Familienbetriebe und mehr Handel im Internet.
WMG-Geschäftsführer Holger Stoye betont, dass es nicht darum gehe, das Problem erneut auf Anfang zu drehen. „Da haben die Kritiker recht, der ist schon gemacht. Es geht darum, mithilfe einer Analyse unbeteiligter Dritter ein Stück Zukunft gemeinsam zu skizzieren. Es geht ums Innehalten, Prüfen und ums Definieren gemeinsamer Ziele. Ein durch einen Dritten erzielter Konsens kann wertvoll sein.“ Das alles sei ein Prozess, den man nicht alleine bewältigen könne. In Zeiten eines sich verändernden Handels gehe es darum, dem Bedarf aller Seiten fair gerecht zu werden.

