Stadt schlägt für Schwefelbad Kooperation mit Klinikum vor
2012-02-22T22:07:13+0100Wolfsburg Eine Zusammenarbeit mit dem Krankenhaus soll helfen, das Defizit des städtischen Eigenbetriebs dauerhaft zu senken.
„Auf Dauer ist das nicht tragbar. Es ist zwei vor zwölf. Wir müssen alles daran setzen, wieder zu einem vernünftigen Ergebnis zu kommen.“ Oberbürgermeister Klaus Mohrs (SPD) redete am Mittwochabend im Schwefelbad-Ausschuss Klartext.
Klinikumsdirektor Wilken Köster war zum nicht-öffentlichen Teil der Sitzung eingeladen worden, um Vorschläge für eine Zusammenarbeit zu unterbreiten. „Die Möglichkeiten einer Kooperation sind diskutiert worden“, berichtete Ausschuss-Vorsitzende Bärbel Weist (PUG) nach der Sitzung. In 14 Tagen soll es eine Sondersitzung geben, für heute ist eine Personalversammlung geplant.
„Die Überlegung ist, das Schwefelbad besser aufzustellen. Es soll wirtschaftlich arbeiten“, sagte Weist. Es gehe um Synergieeffekte mit dem ebenfalls städtischen Klinikum, aber das Schwefelbad solle als Eigenbetrieb erhalten werden. Es gebe dazu noch keinen Beschluss, auch müsse die Sache formal geprüft werden. Inhaltlich wollte die Ausschuss-Vorsitzende nichts sagen, solange die Mitarbeiter nicht informiert sind.
Auch der Oberbürgermeister lehnte weitere Aussagen nach der Sitzung ab. Er bestätigte aber, dass es „ein Angebot des Klinikums für eine Kooperation“ gibt, um Synergieeffekte zu erzielen.
Zunächst war dem Ausschuss der Wirtschaftsplan-Entwurf 2012 präsentiert worden, der dann nicht-öffentlich einstimmig – bei zwei Enthaltungen der CDU – empfohlen wurde. Wieder wird ein Defizit erwartet: rund 275 000 Euro.
Das hatte im Vorfeld der Sitzung die CDU auf den Plan gerufen: Peter Kassel forderte, über eine (Teil-)Privatisierung nachzudenken. „In drei Jahren eine Million Euro Defizit – eine Wahnsinnszahl!“, sagte er im Ausschuss. Dafür gebe es „eine Menge hausgemachter Gründe“. Er könnte sich eine private Kooperation vorstellen.
Weist wies den Vorstoß zurück: Es habe früher wiederholt FDP-Anträge zur Privatisierung gegeben, „das hat zu großer Verunsicherung bei Personal und Publikum beigetragen. Solche Überlegungen tragen zum Schüren von Unruhe bei.“
„Es ist nicht der Zeitpunkt, über eine Privatisierung nachzudenken“, kritisierte auch Mohrs und favorisiert stattdessen „eine interne Lösung über das Klinikum, um die Arbeitsplätze bei der Stadt zu halten“.




