Stadt fällt 133 Bäume in der Wolfsburger Nordstadt
Wolfsburg 133 Bäume will die Stadt in der Nordstadt fällen, hieß es in der vergangenen Ortsratssitzung. Das stieß allerdings nicht überall auf Begeisterung.
Besonders viele Bäume trifft es im Schlosspark. Dort sollen im Park gegenüber der Kirche 21 Bäume verschwinden, darunter Eichen, Birken, eine Ulme und ein Maulbeerbaum. 16 Bäume an der Grünanlage in Kreuzheide-Süd stehen ebenfalls auf der Liste, darunter allein 12 Weiden.
Welche Bäume gefällt werden, entscheidet der Geschäftsbereich Grün. „Die städtischen Bäume werden ein- oder zweimal jährlich kontrolliert. Die Stadt kommt so auch ihrer Pflicht nach, die Verkehrssicherheit zu garantieren“, erklärt Stadtsprecher Ralf Schmidt. In Zweifelsfällen würden auch externe Sachverständige hinzugezogen. Grundsätzlich ist eine Fällung die letzte Lösung. „Es wird geprüft, ob Pflegearbeiten – zum Beispiel eine Entlastung der Krone – ein Fällen vermeiden könnten. Dabei haben aber Verkehrssicherheitsgründe, das heißt, ein mögliches Risiko, dass Äste, die Krone oder der Stamm brechen könnten, Vorrang“, sagt Schmidt. Der Geschäftsbereich Grün fälle den Baum dann lieber, als das ein Unfallrisiko bestehen bleibt. Der Großteil der Bäume sei außerdem krank oder in Teilen bereits tot.
Ob anstelle des gefällten dann ein neuer Baum gepflanzt wird, ist abhängig vom Einzelfall. „Aufgrund der Standortbedingungen ist das nicht immer möglich“, erklärt der Stadtsprecher. Gegen eine Neupflanzung spreche zum Beispiel ein Standort direkt an einer Straße, wo von vorneherein zu wenig Platz für einen neuen Baum ist. Nachgepflanzt werde auch nicht, wenn ein Baum beispielsweise in Waldstücken gefällt wäre, wo sein Fehlen optisch gar nicht auffällt.
Ortsratspolitikerin Andrea Herweg war laut eigener Aussage ziemlich geschockt, als sie von der großen Zahl der zu fällenden Bäume hörte: „Wir haben uns das angeschaut. Im Schlosspark gibt es meiner Meinung nach schon ein paar Bäume, die nicht gefällt werden müssten. Dort würde ein Beschnitt reichen.“ Außerdem appelliert sie an den Geschäftsbereich Grün, genau darauf zu achten, ob in den betroffenen Bäumen geschützte Tierarten leben.

