Sechs Frauen im Morgengrauen nach einer tollen Nacht
Wolfsburg Nach dem erfolgreichen Männerstück zeigen nun auch die Frauen des Tanzenden Theaters, was sie daruf haben. Premiere ist am 18. Januar.
Für das Publikum, insbesondere das männliche, sind sie einfach attraktiv: die Frauen des Tanzenden Theaters (TTW). Grazil tanzen sie, schön singen sie, charmant parlieren sie, ausdrucksvoll spielen sie, adrett sehen sie aus. Da könnte das gesamte Geschehen, der Ablauf der Revuen, die Dialoge und Szenen dem Wunsch weichen, sie oder ganz speziell die eine einmal zum Tête-à-tête einzuladen.
Doch das ist nur die eine Seite. So sehr sie das schöne Bild der Frauen vermitteln, so sehr stellen Cinzia Rizzo, Britta Rollar und Bettina Paletta, um nur drei zu nennen, ebenso die andere Seite dar: arrogante, einander herablassend begegnende, über Abwesende herziehende, die andere im Gespräch mit feiner Ironie überziehende, tuschelnde, verunglimpfende, schimpfende Frauen dar. In oft fantastisch humorvollen Szenen entlarven sie so in kleinen Szenen gesellschaftliche Wahrheiten, gleich ob in dem Stück über Essproblematik, im Spiel um die sieben Frauen oder in den „Leibesübungen“. Sie fehlen nie, diese Dialoge auf der Bank, auf Stühlen, auf der Treppe, aber immer in der Gemeinschaft von Frauen.
So lag es einfach auf der Hand, dass nach dem Fall der Männer vom Himmel auch die Frauen des TTW zeigen, was sie unter einem von Frauen für Frauen und interessierte Männer gespielten Stück verstehen. Unter dem sperrigen Titel „Querschnitten – Das Leben ist kein Wunschkonzert“ kommt das neue Stück des TTW, vielmehr der TTW-Frauen, am 18. Januar 2013, 20 Uhr, erstmals auf die Bühne im Hallenbad. Dort, wo das Tanzende Theater inzwischen zuhause ist. Auch da, wo das Männerstück aufgeführt worden ist.
Sechs lebhaft-markante Frauen, eben Lucy, Jenny, Dorit, Birgit, Sophia und Anouk wollen einmal monatlich „die gewohnten Pfade verlassen und die Lasten des Lebens mit Spaß“ aufwiegen, teilte Sabine Thanner mit, die selbstverständlich die Gesamtleitung übernommen hat. Doch kaum sei der Zauber dieser Nacht verflogen, käme mit dem Morgengrauen auch der Alltag zurück: „Und so brechen die sechs Frauen auf, um das Päckchen, das ihnen das Leben geschnürt hat, ein Stückchen weiter den Weg hinunter zu tragen“, skizziert sie das Stück inhaltlich. Klar, dass auf diesem Weg unerwartete Abzweigungen zu finden sind.
Klar auch, dass das Tanzende Theater hält, wofür es seit fast 30 Jahren steht: aus dem Leben gegriffene Dialoge, unterhaltsame Lieder, gefühlvolle Tanzchoreographien. So ist ein netter, amüsanter Abend fast schon garantiert. Aber es wäre kein von Frauen arrangiertes Stück, wenn es nicht die Möglichkeit zu Dinner und Show gäbe: vorab, um 17.30 Uhr mit Vorspeise und Wein, Schokolade und Spezialitäten, in der Pause mit Nüssen, Krokant und Panna Cotta, nach der Show mit Smalltalk und Getränken nach Wahl.
Wer die sechs Rollen spielt, ist da noch ein kleines Geheimnis. Aber das tanzende Theater hat immer wieder interessante Frauen-Persönlichkeiten hervorgebracht. Erinnert sei an Kirsten Levin, Diana Visconti-Peluso und Conny Kowalewicz. Zudem hat es auch immer wieder junge, weibliche Talente gefördert. So zeigten Raffaella Garippo, Serafina Dreyer und Herdis Mathäus in „Let‘s swing“ ihr Können.
