„Radweg-Versorgung im Westen ist unterdurchschnittlich“
Wolfsburg Ortsbürgermeisterin Bärbel Weist kritisiert das städtische Radwegeprogramm. Auch die übrigen Fraktionen sehen noch Beratungsbedarf.
In der Region ist eine Diskussion entbrannt um den Nachholbedarf in Sachen Radwegenetz. Wie exklusiv berichtet, ist unsere Region im Landesvergleich völlig unterversorgt. Für das Wolfsburger Stadtgebiet findet Ortsbürgermeisterin Bärbel Weist (PUG) auch den Westen unterrepräsentiert.
„Wir haben hier eine unterdurchschnittliche Versorgung. Der westliche Teil von Wolfsburg ist mit Abstand am schlechtesten versorgt“, bemängelt die Ortsbürgermeisterin. Entsprechend kündigt sie für ihre Fraktion auch Änderungsanträge zum städtischen Radwegeprogramm an, das im Haushaltsplan-Entwurf für 2013 und die Folgejahre enthalten ist.
Neue Radwege erst ab 2014
Aktuell ist der Radweg-Bau an der Tangente zwischen Weyhäuser Weg und Ilkerbruch für 2015/2016 vorgesehen, zwischen Sülfeld und Ehmen für 2014/2015 und von Sülfeld nach Wettmershagen nicht vor 2017.
Höchste Priorität hat für die Ortsbürgermeisterin die Strecke Weyhäuser Weg-Ilkerbruch auf der Tangente. „Das ist nur ein kleines Teilstück, das da fehlt, ein Lückenschluss. Ich kann nicht begreifen, dass der immer weitergeschoben wird und so aufs Abschiebegleis gerät. Man hat den Ilkerbruchern diesen Radweg schon beim Bau der Tangente in den 70er-Jahren versprochen.“ Die Siedlung müsse als zu Wolfsburg gehörend akzeptiert werden – auch durch den Radweg-Bau. Doch nicht nur für die Ilkerbruch-Bewohner, sondern auch für Ausflügler-VW-Pendler und Schüler sei der Lückenschluss wichtig.
Am zweitwichtigsten ist für Weist die Strecke zwischen Sülfeld und Ehmen, wo ihr Ortsrat seit einigen Jahren auch mit Unterstützung aus dem Nachbar-Ortsrat auf einen baldigen Bau drängt. „Die Straße ist schmal und hügelig, und es gibt viele, die zwischen den Orten hin- und herfahren.“
Für Bernd Hartmann (CDU) ist am wichtigsten, dass zunächst die schon beantragte Radweg-Ausbesserung zwischen Fallersleben und Sülfeld erfolgt. In jedem Fall werde seine Fraktion aber noch einen Änderungsantrag für das Teilstück Weyhäuser Weg-Ilkerbruch stellen. Gifhorn habe den Radweg bis an die Kreisgrenze gebaut, nun sei Wolfsburg am Zuge: „Vor allem im Sommer fahren dort entlang viele ins Büro .“
Auch Uschi Mrongovius (Grüne) drängt darauf, dass kurzfristig das Radweg-Stück zwischen Fallersleben und Sülfeld in Ordnung gebracht wird. „Da kommen die Wurzeln schon durch. Das ist gefährlich.“ Für die nächsten Jahre hat auch bei ihr der Lückenschluss auf der Tangente oberste Priorität.
Keine Konkurrenz erzeugen
Eckhard Krebs (SPD) verweist auf die noch anstehenden Beratungen in seiner Fraktion. Dabei werde es sicher um die Strecken Sülfeld-Ehmen und an der Tangente gehen. „Das werden wir uns kritisch angucken. Aber wir wollen uns im Westen auch mit den Nachbar-Ortsräten abstimmen – denn wir wollen nicht konkurrieren.“



