Prozess gegen mutmaßlichen Armbrust-Räuber hat begonnen
Wolfsburg Am Landgericht Braunschweig hat der Prozess gegen einen Wolfsburger (26) begonnen. Mit einer Armbrust als Waffe soll er zwei Überfälle begangen haben.
Im Frühjahr waren in Fallersleben eine Tankstelle und ein Getränkemarkt überfallen worden. Der Täter bedrohte die Angestellten mit einer Armbrust. Er erbeutete rund 750 Euro. Fünf Tage nach der zweiten Tat erschien der heutige Angeklagte auf der Wolfsburger Polizeiwache und gestand die Taten. Die Armbrust brachte er gleich mit.
Die Staatsanwaltschaft erhob Anklage wegen schweren Raubes. Vor Gericht räumte der Angeklagte am Mittwochmorgen beide Taten ein. Er erklärte, er sei seit seiner Jugend Drogenkonsument. Nachdem er eine vierjährige Haftstrafe abgesessen hatte und nach Wolfsburg zu seiner Mutter gezogen war, sei er bald wieder rückfällig geworden. Zuletzt habe er täglich bis zu 10 Gramm Haschisch geraucht. Seine Stelle als Leiharbeiter sei ihm gekündigt worden, weil er sich nicht mehr zur Arbeit aufraffen konnte. Das Geld für Drogen, 2000 bis 3000 Euro im Monat, habe er sich mit Straftaten besorgt.
Die Überfälle mit der Armbrust auf die Star-Tankstelle sowie den Rewe-Getränkemarkt in Fallersleben seien spontane Ideen gewesen, sagte er vor Gericht. Die Armbrust habe er zuvor gekauft, um sich seine Zeit zu vertreiben. Dass er sich letztlich stellte, erklärte er wie folgt: "Ich hatte ein schlechtes Gewissen - die Leute haben mir leid getan, deshalb bin ich zur Polizei gegangen."
Das Gericht zweifelt, ob die Angaben des Angeklagten zu seinem extremen Drogenkonsum zutreffen. Dazu wird der Sachverständige, der Facharzt für Psychiatrie Clemens Krause vom Awo-Psychiatriezentrum in Königslutter, in seinem Gutachten noch Stellung beziehen. Das Urteil wird am Donnerstag erwartet.

