Projekt analysiert Rechtsextremismus unter Frauen
Wolfsburg Das Zentrum für demokratische Bildung startet im Auftrag des niedersächsischen Sozialministeriums ein Projekt.
Frauen in rechtsradikalen Kreisen bleiben nicht mehr im Hintergrund, sondern sind immer öfter selbst aktiv, wie der aktuelle Fall Beate Zschäpe erschreckend deutlich macht. Wer sind diese Frauen, wie agieren sie? Das Projekt „Frauen im Rechtsextremismus“ will aufklären helfen.
„Wir beschäftigen uns auf sehr unterschiedlichen Ebenen mit der Frage, welche Rolle die Frauen im Rechtsextremismus spielen“, sagt Reinhard Koch vom Zentrum für Demokratische Bildung (ZDB). Das Zentrum ist Träger des dreijährigen Pilotprojektes, das das niedersächsische Ministerium für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Integration auf den Weg gebracht hat.
Die Rolle der Frau in der rechtsradikalen Szene hat sich verändert, sagt Gleichstellungsbeauftragte Beate Ebeling. „Frauen sind nicht mehr nur Opfer, sondern auch Mitläuferinnen und Täterinnen, und sie sind geprägt von einem nationalsozialistischen Frauenbild.“ Das städtische Gleichstellungsreferat gehört ebenso wie der Arbeitskreis zur Bekämpfung häuslicher Gewalt zu den Projekt-Akteuren. Die Schirmherrschaft haben Oberbürgermeister Klaus Mohrs sowie die Bürgermeisterinnen Bärbel Weist, Hiltrud Jeworrek und Bärbel Braun inne.
Wie wichtig Aufklärung ist, zeigen Fälle, die in Niedersachsen bereits aufgetreten sind, so Koch: Demnach versuchten rechtsradikale Frauen, in die Schaltstellen von Kinder- und Jugendarbeit sowie Ehrenamtlichkeit vorzudringen, um ihre Ideologie zu transportieren.
Um gezielte Aufklärungsarbeit zu leisten, findet am Freitag, 23. November, im Freizeit- und Bildungszentrum in Westhagen ein Fachtag „Frauen im Rechtsextremismus“ statt. Die Einladungen richten sich an Kindertagesstätten, Gewerkschaften und Mitarbeiter aus dem Jugend- und Erziehungsbereich.
„Das wird keine Frontalveranstaltung, sondern eine Veranstaltung, an der man aktiv in Workshops und Arbeitsstationen mitmachen kann“, kündigt Koch an. „Wer dabei ist, soll Multiplikator werden und die Inhalte in Gremien tragen, die für Frauen und Mädchen zuständig sind“ – um der Verbreitung von Rechtsextremismus unter Frauen entgegenzuwirken. Außerdem zeigt der Delphin-Palast am Mittwoch, 21. November, 19.30 Uhr, den Film „Die Kriegerin“. Aus der Fachtagung sollen weitere Ideen für das Projekt gesammelt werden.
Anmeldungen zur Fachtagung per E-Mail an Gleichstellung@stadt.wolfsburg.de.

