Köhler wirbt in Wolfsburg für Afrika
Wolfsburg Madjid Samii, einer der besten Neurochirurgen der Welt, will Afrika helfen – mit prominenter Unterstützung. Der Startschuss fiel Freitagabend in Wolfsburg.
Samii betreibt in Hannover das INI, das Internationale Neurologische Institut. Volkswagen übernimmt eine der 100 Patenschaften, die der hannoversche Neurochirurg Madjid Samii zusammenbekommen will. Etwa 60 000 Euro kostet es, einen Arzt in Afrika in sechs Jahren zum Neurochirurgen ausbilden zu lassen. Und das Wolfsburger Unternehmen stellte gestern auch seine Autostadt zur Verfügung, um mit rund 100 Gästen den Startschuss für das Projekt zu geben.
Samii erläuterte ausführlich, wie bedrückend die Situation in Afrika ist (siehe auch Interview auf der nächsten Seite). Selbst kleinste Blutungen im Gehirn könnten in Afrika oft nicht behandelt werden, weil es einfach keine Ärzte geben. „Africa 100“ soll das ändern. Samii, der mehr als zehn Jahre auch den Weltverband der Neurochirurgen geführt hat und dort zum Ehrenpräsidenten gewählt wurde, kann sich bei seiner Initiative prominenter Unterstützung sicher sein.
Einer seiner Unterstützer ist Horst Köhler. Der ehemalige Bundespräsident gilt als ausgesprochener Kenner Afrikas. „Madjid Samii hat mich mit seinem Engagement und seinem Enthusiasmus begeistert“, sagte Köhler. „Ich helfe gerne“, sagte er.
Köhler hatte, bevor er im Jahr 2004 zum Bundespräsidenten gewählt wurde, als Direktor des Internationalen Währungsfonds viel mit Afrika zu tun gehabt. In einer Grundsatzrede gab Köhler gestern offen zu, dass er für den Kontinent und vor allem für dessen Menschen große Sympathie hege.
Und der Ex-Präsident brachte auch mehrere Male die Lacher auf seine Seite. Er solle von seiner Frau etwas ausrichten, sagte er in Richtung Horst Neumann, VW-Personalvorstand. Der Golf sei einfach ein gutes Auto.
Köhler sagte zum Schluss seiner Rede auch. „Den Gerhard Schröder werde ich an den Ohren ziehen, wenn er das Projekt nicht unterstützt.“
Ex-Bundeskanzler Schröder und Rock-Sänger Klaus Meine, beides Freunde des Chirurgen Samii, konnten gestern nicht nach Wolfsburg kommen, weil es in ihrer Familie Trauerfälle gibt. Sie ließen aber übermitteln, dass sie sich in die Initiative „Africa 100“ ihres Freundes Samii einbringen wollen.
