Keine Bombe bei VW – Evakuierung abgesagt
Wolfsburg Glück gehabt – Der Verdacht, auf dem VW-Gelände könnte sich eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg befinden, hat sich nicht bestätigt.
Nach Angaben der Stadt von Samstagabend hat der Kampfmittelbeseitigungsdienst Hannover an der Verdachtsstelle auf dem Volkswagengelände am Samstag nach eingehenden Sondierungsarbeiten keine Fliegerbombe im Erdreich gefunden. In zwei Meter Tiefe lag ein Bandeisen von einem Blitzschutzleiter, das die „Anomalie“ angezeigt hatte. Bis auf drei Meter Tiefe wurde das Erdreich weiter freigelegt, ohne das eine Fliegerbombe gefunden wurde, heißt es weiter.
Die für Sonntag, 4. November, angekündigte Evakuierung von Teilen der Wolfsburger Innenstadt und des Ortsteils Kästorf findet nicht statt. Hätte sich der Verdacht bestätigt, hätten in Kästorf laut Stadt 338 Personen ihre Häuser verlassen müssen, in der Innenstadt wären 519 Bürger betroffen gewesen. 250 Personen von Feuerwehr, Hilfsdiensten und Polizei standen zur Unterstützung bereit.
Der Zugverkehr muss nun auch nicht wie geplant umgeleitet oder gar gestoppt werden, auch die Autostadt bleibt am Sonntag geöffnet, die Hotelgäste können in ihren Hotels bleiben.
„Wir sind froh und erleichtert, dass die Evakuierung nicht stattfinden muss. Das hätte ja diverse Einschränkungen für alle bedeutet“, sagte Dennis Weilmann, Leiter des Pressereferates der Stadt. Einsatzkräfte und Bürger würden nun informiert. Im Radio läuft zudem die Mitteilung über die abgesagte Evakuierung mit folgendem vorher vorbereiteten Text: „Das Ordnungsamt der Stadt Wolfsburg weist darauf hin, dass die für Sonntag, 4. November, angekündigte Evakuierung von Teilbereichen Kästorfs und der Wolfsburger Innenstadt nicht stattfindet. Bitte informieren Sie auch Ihre Nachbarn. Weitere Informationen erhalten Sie unter der Bürgerhotline, Telefon (05361)28-28 28.“
Informationen gibt es auch noch am Sonntag im Service-Center, Telefon (0 53 61)28 12 34 (Anrufbeantworter), im Internet unter www.wolfsburg.de und bei Facebook (wolfsburg.de)“.
„Es ist prima, dass nun doch keine Bombe gefunden wurde. Wir sind darüber sehr froh“, sagte VW-Sprecherin Heidi Reimann den WN am Samstagabend. Alles sei gut vorbereitet gewesen, und man könne auch nicht ausschließen, dass doch noch Bomben im Erdreich des VW-Werks liegen.
Erst im August war eine 250-Kilo-Fliegerbombe auf dem VW-Gelände erfolgreich entschärft worden. Etwa 1200 Anwohner aus Kästorf mussten damals ihre Häuser verlassen. Hintergrund: Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs warfen die Alliierten viele Fliegerbomben rund um das Werk ab – wie viele Blindgänger noch im Erdreich liegen ist ungewiss. Das Werk war ein strategisches Ziel der Verbündeten, zudem warfen viele Kampfflieger, die vom Angriff aus Berlin kamen, nicht eingesetzte Bomben auf dem Rückweg über dem Werk ab. Bei Kriegsende, so die Schätzungen, sollen etwa zwei Drittel des VW-Werks zerstört gewesen sein.
