Globalisierung im Schnelldurchgang
Wolfsburg Mit einer perfekten Choreographie stellte Shanghai Volkswagen in einer Weltpremiere den neuen Santana für den chinesischen Markt im Hafenbecken vor.
Die Chinesen können’s pompös. Das bewiesen die Marketingexperten des VW-Partnerunternehmens Shanghai Volkswagen (SAIC) am Montagabend bei der Weltpremiere des neuen Santana im Hafenbecken vor der Autostadt. Höhepunkt einer rund einstündigen fulminanten Show war die Präsentation des Modells, das nächsten Jahr auf den Markt kommt.
Die für den europäischen Geschmack eher biedere Stufenheck-Limousine ist der VW-Verkaufsschlager in China. Vier Millionen Einheiten wurden bisher verkauft. SAIC-Topmanager, vier Konzernvorstände aus Wolfsburg sowie über 400 chinesische Journalisten und Händler warteten gespannt auf den Beginn der Show auf der Ponton-Bühne im Hafenbecken und vor den effektvoll angestrahlten Türmen des alten Kraftwerks. Nach den erfreulich kurzen Reden der Wirtschaftsführer begann eine spektakuläre Multimedia-Show mit virtuellen und realen Tanzeinlagen, Filmeinspielungen und einer großartigen Percussions-Gruppe, die auf dem Dach der Bühne dem Regen trotzte. Ein finales Feuerwerk machte den Wolfsburgern deutlich, dass die chinesischen Partner stolz und selbstbewusst in die Hauptstadt ihres Partners gekommen waren. Die Gäste waren übrigens von Berlin nach Wolfsburg gefahren worden, am Abend ging es gleich wieder zurück.
Auf der Bühne wurde mit enormem Aufwand die Geschichte „Globalisierung ist keine Einbahnstraße“ aufgeführt. Volkswagen war Anfang der 1980er-Jahre gen China aufgebrochen und damit ein industrieller Pionier. Das Engagement in Form von Joint Ventures hat sich rentiert. „In Wolfsburg schlägt das Herz von VW. Aber dass es so kraftvoll schlägt, das hat viel mit China zu tun. China ist viel mehr für uns als ein wichtiger Wirtschaftspartner. VW ist in China zu Hause“, sagte Winterkorn. Der Santana präge das Bild auf Chinas Straßen, sei ein täglicher Begleiter der Menschen, ja sogar so etwas wie ein Familienmitglied. „Es ist uns eine große Ehre und Verpflichtung, den hohen Erwartungen unserer chinesischen Kunden gerecht zu werden“, betonte der Konzernlenker. VW und seine Partner wollen bis 2016 14 Milliarden Euro in neue Werke und Produkte investieren. 5 neue Werke sind im Bau, 11 bestehen bereits. Martin Winterkorn kündigte an, dass dadurch mittelfristig in China jährlich vier Millionen Autos abgesetzt werden sollen. Das lautstarke Böller-Konzert unterstrich seine Aussage.
