Beste Kochkunst ist hier zu Hause
Wolfsburg Dass Wolfsburg nicht nur ein Zentrum des Autobaus, sondern auch des Küchenhandwerks ist, verdankt die Stadt Sven Elverfeld und Hartmut Leimeister.
Der renommierte Restaurantführer „Guide Michelin“ prämierte ihre Kochkünste erneut mit prestigeträchtigen Sternen. Auf einer Pressekonferenz in Berlin wurde gestern der neue Restaurantführer, der „Guide 2013“, vorgestellt. Vor Ort dabei war auch Sven Elverfeld, der Patron des „Aqua“ im Ritz-Carlton in der Autostadt. Um 8 Uhr stieg er in Wolfsburg in den ICE, um später in Berlin gemeinsam mit allen deutschen 3-Sterne-Köchen auf der Bühne zu stehen. Elverfeld und seine Kollegen wie Harald Wohlfahrt, Juan Amador oder Joachim Wissler verkörpern die Elite der deutschen Kochkunst.
„Nach Frankreich gibt es in Deutschland die meisten 3-Sterne-Restaurants in Europa, aber die deutsche Küche hat im Ausland immer noch nicht das Standing, das sie verdient“, meint Elverfeld. „Deshalb ist wichtig, dass die deutsche Spitzengastronomie so wie gestern in Berlin präsentiert wird, damit sie international Beachtung findet. Selbst im Aqua kommen im Jahr bislang nur fünf Prozent der Gäste aus dem Ausland“, sagt Elverfeld und sieht dort Nachholbedarf. 2008 bekam er erstmals drei Sterne verliehen. Fünfmal konnte er sie nun schon verteidigen. Der Michelin sei „der Führer der Restaurantführer“, erklärt Elverfeld. „Das ist die älteste Auszeichnung, die hat einen besonderen Stellenwert. Jeder meiner Mitarbeiter ist stolz darauf und motiviert, diese Leistung, für die wir geehrt wurden, jeden Tag aufs Neue abzurufen.“
Der gestrige Tag war auch ein besonderer für Hartmut Leimeister. Der 55-jährige Spitzenkoch, der im „La Fontaine“ im Hotel Ludwig im Park in Fallersleben die Gäste verwöhnt, erhielt vor 15 Jahren seinen ersten Michelin-Stern. Bis heute schafften er und sein Küchenmeister Stephan Schünemann das Kunststück, diesen Stern zu halten. „Als der VfL in die Bundesliga aufgestiegen ist, sind wir zeitgleich in die 1. Liga der Köche aufgestiegen. Das war schon toll. Allerdings bis heute die Klasse zu halten und nicht abzusteigen, das war eine ganz besondere Leistung unserer Mannschaft“, freut sich Leimeister. Das Drumherum mit den Sternen nehme er nicht mehr ganz so ernst wie früher, „aber ein Stern ist und bleibt eine besondere Ehre, die man auch verteidigen muss.“
Elverfeld sieht es genauso: „Sterne zu bekommen ist schwer, aber sie zu verteidigen wird Jahr für Jahr schwieriger, denn es gibt immer mehr und immer besseren Nachwuchs.“ Elverfeld telefonierte gestern auf der Rückfahrt mit Leimeister und gratulierte ihm. „Wir beide haben ein sehr kollegiales Verhältnis, da gibt es keinen Neid. Und für eine kleine Stadt wie Wolfsburg ist das doch eine ganz tolle Sache, dass es hier gleich zwei Sterne-Köche gibt“, meinte Leimeister. Zur Feier des Tages, das verriet er noch, köpfte er gestern mit seinem Team eine Flasche Sekt. Und Elverfeld auch, wie der ausplauderte.


