Anwohner protestieren gegen Hotel-Erweiterung
Wolfsburg Die Ausbau-Bestrebungen fürs Parkhotel am Steimker Berg sorgten für eine hitzige Debatte im Ortsrat Stadtmitte. Sogar ein Transparent wurde entrollt.
Dicke Luft am Donnerstagabend im Ratssitzungssaal. Und das nicht nur, weil sich rund 100 Zuschauer auf der Tribüne drängten. Im Ortsrat Stadtmitte gab es einen Zankapfel – und um den kreiste nicht nur während der Einwohnerfragestunde eine hitzige Debatte. Ortsbürgermeister Detlef Conradt (SPD) hatte alle Mühe, die Wogen zu glätten. Ein Protestplakat der Anwohner vom Steimker Berg musste auf sein Geheiß eingerollt werden.
Es ging um die Erweiterung des Parkhotels (WN berichteten exklusiv), angedacht nach der neuen Bauleitplanung, deren Entwurf und Auslegung der Ortsrat zustimmen sollte. Was die Gemüter erregte: Im Beirat Steimker Berg war dieser Entwurf von den Anwohnern grundsätzlich abgelehnt worden. Jetzt wurde er von der Bauverwaltung dennoch dem Ortsrat präsentiert.
Die Emotionen kochten hoch, die Leute sahen ihr ruhiges Wohngebiet durch noch mehr (Hotel-)Gäste gefährdet. Wobei eine Entwicklung diese Einschätzung zusätzlich anheizte: Das Parkhotel mietet auch Wohnungen an. „Boarding House“ nennt man dieses System, das unter anderem Pendler nutzen. Bewohner dieser Häuser und Anwohner aus der Nachbarschaft beklagten fast tägliche Neubelegung dieser Wohnungen, höheres Verkehrsaufkommen und Lärm.
Der Geschäftsführer des Parkhotels bat um einen informellen offenen Tisch unter neutraler, sachkompetenter Moderation, um das Problem sachlich zu besprechen. Doch am Donnerstag blieb die Diskussion hitzig und die Anwohner auf Konfrontationskurs.
Was bei den Ortsratsmitgliedern Eindruck hinterließ. Zwar hätte der Auslegungsbeschluss weiterhin alle Anwohnereinwände zugelassen, zudem entscheidet letztlich der Rat, die Mehrheit der Bürgervertreter lehnte die Vorlage dennoch ab. Anschließend, draußen vor dem Saal, war gute Stimmung unter den Steimker-Berg-Bewohnern. Äußerungen wie „Hat unser Protest also doch was genutzt“ und „Super, wir haben uns durchgesetzt“, machten die Runde.



