Wenn hinter der Tür die Angst wohnt
Salzgitter Eine Frau trifft im Treppenhaus auf einen Mann. Offensichtlich ein Drücker, denn er geht von Tür zur Tür auf der Suche nach Geschäftsabschlüssen.
Walburga Dehler* (Name von der Redaktion geändert) sagte im Gespräch mit unserer Zeitung: „Wir haben eine Wechselsprech-Sicherheitsanlage, trotzdem war der Mann im Haus, obwohl alle Mitmieter versicherten, ihn nicht hineingelassen zu haben.“
Dehler: „In unseren Wohnblocks wohnen zahlreiche alleinstehende Menschen, unter ihnen viele Ältere. Durch dieses Ereignis habe ich fürchterliche Angst bekommen.“ Die Seniorin fragt sich, wie der Mann ins Mehrfamilienhaus eindringen konnte und, ob sich reifere Menschen in ihrem Umfeld nicht mehr sicher fühlen dürfen. Denn die Polizei scheint machtlos.
„Sobald mehr als drei Parteien in einem Haus wohnen, ist es nicht mehr sicher. Einer lässt immer mal die Tür auf“, warnt Bernd Neidhart. Der Präventionsberater der Polizeiinspektion Salzgitter/Peine/Wolfenbüttel schwört auf die gute, alte Kette oder ein Stahlbügelschloss an der Wohnungstür. Neidhart: „Gerade Senioren brauchen sich nicht zu sorgen, dass ihnen dann niemand helfen kann, wenn sie diese benötigen.“ Wichtig sei aber auch eine gute Nachbarschaft, die aufmerksam eingreife, wenn der Notfall eintrete.
Schon die leichteste Sicherung von Türen würde die meisten Einbrecher abschrecken und nach vermeintlich leichteren Opfern suchen, versichert Neidhart. Er rät, sofort die Polizei zu rufen, wenn sich verdächtige Personen im Haus oder länger davor aufhalten. Der Vorsorge-Experte: „Zeitschriftenwerber müssen eine Reisegewerbekarte besitzen. Wenn wir die Personalien haben, suchen die sich schnell ein anderes Gebiet.“
Polizeipressesprecher Björn Hirsch warnt: „Generell sind fast alle Haustürgeschäfte unseriös. Das gilt auch für reisende Handwerker.“ Er rät, sich immer den Ausweis zeigen zu lassen. „Sagt jemand, dass er Hilfe braucht, schließen Sie erst die Tür und rufen dann Unterstützung, dann ist sicherer.“
