Stammtischpolitik auf hohem Niveau
Salzgitter-Bad Der niederbayerische Kabarettist Django Asül hatte bei seinem ersten Gastspiel in Salzgitter volles Haus.
Der Kabarettist Django Asül ist ein Tausendsassa der Worte. In klarer, präziser Sprache seziert er das politische und gesellschaftliche Geschehen in Bayern und Deutschland. Mit seinem Programm „Paradigma“ gastierte der Niederbayer mit türkischen Wurzeln am Donnerstagabend in der ausverkauften Kniki.
„Wir brauchen einen Paradigmenwechsel“, lässt er sich vernehmen und spielt dabei auf die zwischenmenschlichen Beziehungen an. „Füreinander da zu sein“ sei das Gebot der Stunde. Kommunikation untereinander werde in einer „postdemokratischen Gesellschaft“ immer wichtiger. Sonst drohe der „Burnout des Staatswesens“.
Django Asül schlüpft gerne auch mal in andere Rollen, ist mal türkischer Onkel, mal Stammtischbruder, und gibt aus deren Sicht schlichte politische Weisheiten von sich. Die Situation von Türken in Deutschland ist dabei ebenso Thema wie „die Frau von heute“ und ihre Beziehung zu Männern. Auch vor der virtuellen Welt macht Django Asül nicht halt und diagnostiziert bei vielen jungen Computerfreaks eine „Digitalneurose“.
Natürlich bekommen auch Merkel und Co. ihr Fett weg. Angela Merkel und Horst Seehofer seien diejenigen Politiker, die durch „konstante Flexibilität“ auffielen, während CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt als „Brillengestell mit Anzug“ durch die Gegend laufe.
Sehr humorvoll spielt Django Asül auch die Mentalität seiner bayrischen und türkischen Landsleute, spricht dabei gelegentlich gebrochen Deutsch und serviert Stammtischpolitik auf hohem Niveau. Manchmal wird er auch ernst, spricht von Altersarmut und der Angst vor sozialem Abstieg. Aber dies macht er mit einer Leichtigkeit, so dass erst gar keine schlechte Stimmung aufkommt.
Django Asül serviert geistreiches Kabarett und unterhält dabei sein Publikum glänzend.



