Stadt soll Bürgern beim Energiesparen helfen
Salzgitter CDU und FDP wollen eine Energieagentur, die Bürger und Unternehmen berät. MBS, SPD und Grüne möchten stattdessen vor allem Energie gewinnen.
Salzgitter soll eine Energieagentur bekommen. Zumindest wenn es nach dem Willen der CDU-FDP-Ratsfraktion geht. Angesichts steigender Energiekosten soll die Agentur Bürger und Unternehmen „in Fragen der Energieeinsparung beraten und fördern – und das möglichst kostenlos“, sagt CDU-Fraktionsvorsitzender Rolf Stratmann. Träger sollen Stadt und WEVG sein. Der Bereich der Energieerzeugung werde dagegen schon jetzt von der WEVG abgedeckt.
Die Agentur soll die Verteilung von Fördermitteln aus Bundes-, Landes- und EU-Mitteln koordinieren und durch Förderprogramme ergänzen, die von Stadt und WEVG bezuschusst werden. „Außerdem soll die Agentur über Energieeffizienz und Möglichkeiten der Energieeinsparung informieren“, sagt Stratmann.
Die CDU hofft auf einen gemeinsamen Antrag aller Fraktionen und will mit diesen in Kürze Gespräche führen, verkündet Stratmann.
Doch MBS, SPD und Grüne hatten bereits zuvor ihren eigenen Antrag verfasst, in dem sie für die Einrichtung einer städtischen Gesellschaft für Energieeinsparung und -erzeugung in Zusammenarbeit mit der WEVG und der Wirtschafts- und Innovationsförderung Salzgitter (Wis) plädieren. Die Verwaltung soll dazu bis Ende Februar ein Konzept erarbeiten. „Die Stadt als Flächen- und Industriestadt bietet sich förmlich an, Energie selbst zu erzeugen“, hieß es bereits in einem MBS-Antrag vom Juli, dem sich SPD und Grüne später anschlossen. Gemeinsam machen sie sich nun für eine Energiegesellschaft stark, die im weiteren Verlauf eine Genossenschaft gründen soll. So sollen Gesellschafter für erneuerbare Energien wie Photovoltaik-, Windkraft- oder Biogasanlagen sowie Blockheizkraftwerke angeworben werden.
Das ist auch der Grund, weshalb die drei Fraktionen den CDU-FDP-Antrag ablehnen. „Der Antrag ist daneben, er entspricht nicht unseren Vorstellungen“, sagt Peter Kozlik (MBS). „Wir wollen eine Gesellschaft, damit wir in der Stadt eigene Energie herstellen können.“
In die gleiche Richtung argumentieren Marcel Bürger (Grüne) und Stefan Klein (SPD). „CDU und FDP wollen unter dem Dach der WEVG Energieberatung betreiben“, sagt Klein. „Das ist in Ordnung, aber wir wollen mehr.“ Und da der CDU-FDP-Antrag den von MBS, SPD und Grünen ersetzen solle, könne seine Fraktion nicht zustimmen, sagt Klein.
