Senioren warten auf den ganz großen Wurf
Lebenstedt Salzgitters Beirat betrachtet Pflege-Neuausrichtungsgesetz aber als ersten Schritt in die richtige Richtung.
Ob die Pflege in Deutschland per Gesetz wirklich neu ausgerichtet wird, wollte der Seniorenbeirat nicht ungesehen unterschreiben. „Auf den großen Wurf warten wir zwar noch, aber mit dem Pflege-Neuausrichtungs-Gesetz hat die Bundesregierung den richtigen Weg eingeschlagen“, befand Beirats-Vorsitzender Dieter Kömpel.
Mit ähnlich vorsichtigem Optimismus registrierte das Gremium in der Sitzung im Haus Lindenhof die Neuerungen zum 1. Januar, die ihnen Fachgebietsleiter Jörg Schumann teilweise erläuterte. Besonders wichtig seien die Verbesserung für dementiell Erkrankte.
Deren Zahl steige auch in Salzgitter, in Deutschland betreffe dies bis zu 1,4 Millionen Menschen. Die vor dem Hintergrund des demografischen Wandels so wichtigen Regelungen für Demente seien bislang zwar nur vorläufig. Künftig gebe es angesichts des besonderen Betreuungs-Bedarfs allerdings selbst für demenzkranke Menschen ohne Pflegestufe monatlich 120 Euro Pflegegeld oder Pflegesachleistungen von bis zu 225 Euro.
„Weiterhin genießt der Verbleib der Menschen im eigenen Haus höchste Priorität“, ergänzte Schumann. So würden derzeit 46 Prozent der Pflegebedürftigen daheim von Angehörigen betreut und weitere 23 Prozent von Pflegediensten. In Pflegeheimen lebt nur etwa jeder Dritte.
Wichtig: Nach einem Antrag auf Pflegebedürftigkeit haben die Pflegekassen künftig nur fünf Wochen Zeit bis zum Entscheid – für jeden Tag länger kassiert der Antragsteller 10 Euro. Jeder Antragsteller habe Anspruch auf eine unabhängige Beratung sowie auf Einsicht in das Gutachten des Medizinischen Dienstes, der die Pflegestufen festsetzt.


