Red Devils müssen „Devils Place“ verlassen
Salzgitter Ein Schäferhundeverein kündigt auf Drängen der Stadt Salzgitter den Mietvertrag. Die Polizei begrüßt die Auflösung des Clubhauses.
Der Verein für Deutsche Schäferhunde hat den Red Devils zum Jahresende den Mietvertrag für das Clubhaus an der Neißestraße gekündigt. Das bestätigte die Stadt auf Anfrage unserer Zeitung. Wie berichtet, hatten sich die Motorrad-Rocker im März im Haus des ehemaligen China-Restaurants in der Neißestraße niedergelassen. Vermieter ist der Verein für Deutsche Schäferhunde. Das Pikante: Dieser ist selbst lediglich Mieter. Das Gelände gehört der Stadt Salzgitter. „Es ist klare Sache. Der Verein hat vertragswidrig einen Untermietvertrag abgeschlossen“, hatte Stadtsprecher Norbert Uhde bereits im März gegenüber der SZ gesagt.
Nun hat die Stadt gehandelt. „Sie hat den Schäferhundeverein gebeten, den Vertrag mit den Red Devils zu kündigen“, berichtet Uhde. „Der Schäferhundeverein ist dem nachgekommen.“ Und: „Es wird keine Sanktionen gegen ihn geben. Er kommt mit einem blauen Auge davon.“ Was wäre passiert, wenn der Verein der städtischen Forderung nicht nachgekommen wäre? „Dann hätten wir dem Schäferhundeverein gekündigt“, sagt Uhde und fügt zur Begründung an: „Wir möchten die Red Devils nicht in städtischen Räumlichkeiten wissen.“
Denn: Bei den Red Devils handelt es sich um den offiziellen Unterstützerclub der Hells Angels. Sogenannte Charter, die Ortsclubs, gibt es nach Angaben des Landeskriminalamts (LKA) unter anderem in Braunschweig, Wolfenbüttel, Helmstedt und Wolfsburg. „Die Hells Angels werden der organisierten Kriminalität zugerechnet“, hatte LKA-Sprecher Götz von Behr bereits im März im Gespräch mit unserer Zeitung gesagt. Damit teile das LKA Niedersachsen die Einschätzung aller Bundesländer. Die Bekämpfung von Rockerkriminalität habe für das Landeskriminalamt Priorität, hieß es damals.
Nicht nur die Stadt, auch Wilfried Berg, Leiter der Polizeiinspektion Salzgitter/Peine/Wolfenbüttel, zeigt sich zufrieden: „Die Auflösung von derartigen Clubhäusern in unserem Zuständigkeitsbereich begrüße ich sehr“, sagte er.

