Museumsarbeit zeigte nach Expertenansicht Lücken auf
Salder Die Planung des Mobilitätsmuseums wird weiter begleitet von Kritik. Nun geht es um den erfolglosen Versuch der Registrierung beim Museumsverband.
Erneut ist es die Bürgerinitiative „Pro Sal“, die Zweifel äußert an der Stichhaltigkeit des städtischen Konzepts für das Museum für Industrie, Technik, Arbeit und Mobilität (Mitam), über deren Umsetzung der Rat zum Jahresende entscheiden will. In einer an die Fraktionen versandten Stellungnahme samt sieben Fragen an die Verwaltung behaupten die streitbaren Bürger, dass schon die jetzigen Präsentationen im Schloss Salder Mindestanforderungen von Fachleuten offenbar nicht erfüllen.
Hintergrund: Bereits Ende 2007 hatte Museumschef Jörg Leuschner vergeblich beantragt, die geschichtliche Aufarbeitung der Geschichte Salzgitters in Salder beim Museumsverband Niedersachsen und Bremen registrieren zu lassen. Doch die Expertenkommission winkte 2008 ab, da nicht alle vom Verband aufgestellten Kriterien erfüllt seien: Der Antrag wurde zurückgestellt. „Derzeit arbeiten wir die an uns gestellten Anforderungen auf“, sagte Leuschner der SZ.
Auf Details wollte er mit Hinweis auf eine noch zu beantwortende Ratsanfrage der Grünen nicht eingehen. Laut Fraktionsmitglied Marcel Bürger will seine Partei bis zur Ratssitzung am 28. November unter anderem wissen, welche inhaltlichen Mängel der Museumsverband beanstandet hat.
Verbandschef Friedrich Scheele wollte sich zum Fall ebenfalls nicht äußern. Zu hören war, dass die Experten unter anderem die wissenschaftliche Forschung im Schlossmuseum für ausbaubar halten, eine größere Erfassung der Exponate und ein Leitbild fürs Museum empfehlen.
Leuschner teilt diese Einschätzung in keiner Weise. Zur SZ sagte er lediglich, die Registrierung sei begrüßenswert. Eine Ablehnung habe jedoch keine negativen Auswirkungen für das Museum, auch nicht für die Mitam-Pläne. So sind in Niedersachsen und Bremen gerade mal 54 von 700 Museen überhaupt registriert.
Möglich ist, dass der Streit um die Qualifizierung auch das Bürgergespräch zum Mitam am Montag, 19. November, ab 19 Uhr im „Galahof“ in Salder überschattet. Thema ist die Verkehrsentwicklung in Stadtteil. Die Verwaltung wird unter anderem drei Varianten zum möglichen Ausbau der Museumstraße vorstellen.
