Mit Freundlichkeit Integration fördern
Lebenstedt Meryem Susanne und Ali Wolfgang Flatt engagieren sich als Integrationslotsen
Bei den Flatts darf man ausnahmsweise die Schuhe anbehalten. Es gibt leckeren Tee, an den Wänden hängen kunstvoll gestaltet Suren, also Abschnitte aus dem Koran. Seit 2006 sind Meryem Susanne und Ali Wolfgang Flatt offiziell Muslime. Und seit etwa einem halben Jahr sind sie Integrationslotsen beim Bürgerservice für Migranten der Stadt.
Die Flatts haben sich bewusst zu diesem Schritt entschlossen, und sie leben ihre Religion. Seit sie auch äußerlich sichtbar Muslime sind, bekommen sie mitunter „dumme Sprüche“ zu hören und können so nachvollziehen, wie sich „Fremde“ fühlen. Sie selbst, beide in Gebhardshagen geboren, fühlen sich mittlerweile „wie Migranten“, sagt Meryem Susanne Flatt.
„Ich möchte es Ausländern leichter machen, hier zu leben“, sagt sie. Viele kämen schließlich aus Ländern, in denen sie viel Leid ertragen mussten – etwa aus Syrien. Und so helfen die beiden bei Veranstaltungen aus, suchen so den Kontakt und vermitteln bei Problemen. „Wir möchten anderen Menschen helfen, und wir möchten Menschen kennenlernen“, sagt Ali Wolfgang Flatt zu seiner Motivation für das Ehrenamt.
„Ich freue mich, wenn ich glückliche Gesichter sehe, nachdem ein Problem beseitigt werden konnte“, sagt Meryem Susanne Flatt. Dazu zählen Probleme mit Kindern in der Schule oder mit den Nachbarn, wie sie schildert. Besonders stört sie, dass viele „reichlich unfreundlich“ gegenüber ausländischen Mitbürgern sind.
Integrationslotsen übersetzen auch, helfen bei Behördengängen, beim Gang zum Arzt. Sie werden vom Bürgerservice für Migration ausgebildet, das es seit 2006 gibt. Die Stadt möchte damit zur gelungenen Integration beitragen. „Ich sehe aber noch viele Probleme in Salzgitter“, sagt Meryem Susanne Flatt.


